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Schienenverkehr : Drei Wochen ohne Tiefbahnhof

Zum Fernbahnhof soll ein S-Bahn-Shuttle als Ersatz fahren, wenn am Tiefbahnhof gebaut wird Bild: picture-alliance / dpa

Nach der wochenlangen Sperrung des Tunnels unter der Frankfurter Innenstadt im vorigen Sommer steht bei der S-Bahn auch in diesem Jahr wieder ein aufwendiges Sanierungsprojekt an: die Sanierung des Tiefbahnhofs am Flughafen.

          Nach der wochenlangen Sperrung des Tunnels unter der Frankfurter Innenstadt im vorigen Sommer steht bei der S-Bahn auch in diesem Jahr wieder ein aufwendiges Sanierungsprojekt an: Nach Informationen dieser Zeitung plant die Deutsche Bahn AG, den Tunnel unter dem Frankfurter Flughafen und den Tiefbahnhof im Sommer für knapp drei Wochen außer Betrieb zu nehmen. 16 Kilometer Gleis müssen in beiden Richtungen erneuert werden. Vom 9. bis zum 29. Juli sollen deshalb die S-BahnLinien S 8 und S 9 den Streckenabschnitt zwischen den Haltestellen „Frankfurt-Stadion“ und „Kelsterbach“ nicht befahren können. Die Züge werden vom Stadion aus über Schwanheim ohne Halt am Flughafen und in Kelsterbach gleich nach Raunheim umgeleitet.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So viel ist jetzt schon klar: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln in dieser Zeit zum Flughafen will, wird mit Beeinträchtigungen rechnen müssen. Trotzdem soll der Airport in der Urlaubszeit nicht gänzlich vom S-Bahn-Netz abgehängt werden. Die Detailplanungen für den Ersatzverkehr sind, wie man hört, noch nicht abgeschlossen. Voraussichtlich soll aber vom Frankfurter Hauptbahnhof aus ein S-Bahn-Shuttle zu dem glasüberdachten oberirdischen ICE-Fernbahnhof am Flughafen fahren, während unten im Tiefbahnhof geschweißt und gebaggert wird. Auch ein Bus von Raunheim zum Flughafen-Terminal 1 soll als Ersatzverkehr vorgesehen sein. Weitere Ausweichangebote seien „in Planung“, hieß es.

          Lindwurmartige Entlüftungsanlagen

          Im vorigen Jahr hatte es vor der Tunnelsperrung bei den Verantwortlichen lange Diskussionen darüber gegeben, wie viele Ersatzbusse und -bahnen für diese Zeit notwendig seien; es fehlte an Erfahrungswerten. Letztlich war die Phase - wohl auch dank besonderer Bemühungen der Bahn um die Information der Reisenden - dann vergleichsweise störungsfrei verlaufen. Vor allem zu Anfang hatte die erste längere Sperrung des Tunnels seit dem Bau in den siebziger und achtziger Jahren allerdings für Irritationen bei Pendlern und Auswärtigen gesorgt. Auch für die Bahn war es ein außergewöhnliches Projekt gewesen: Für 15 Millionen Euro wurden 30 Weichen entlang der 1,4 Kilometer langen Strecke erneuert sowie 5000 Tonnen Schotter und die darunter liegenden Dämmschichten ausgetauscht.

          Die lindwurmartigen Entlüftungsanlagen, die man im vorigen Jahr beispielsweise an der Hauptwache sehen konnte, dürften bei der Sanierung des Tiefbahnhofs unter dem Flughafen wieder zum Einsatz kommen, hieß es. Sie verhindern, dass die Bauarbeiter bei den Staub aufwirbelnden Tätigkeiten ersticken. Miete und Energie für diese Anlagen sollen einen nicht unerheblichen Teil der Gesamtkosten solcher Sanierungsprojekte in Bahntunneln ausmachen.

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