https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/scharfe-kritik-an-frankfurter-polizeifuehrung-18212283.html

Frankfurter Polizei : Scharfe Kritik an Führungsstruktur

  • Aktualisiert am

Die Fassade des Frankfurter Polizeipräsidiums. Die Frankfurter Polizeiführung sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt. Bild: Lucas Bäuml

Nach den jüngsten Vorwürfen gegen Frankfurter Polizeibeamte sehen Fachleute strukturelle Mängel in der Organisation. Vorgesetzte haben Straftaten mutmaßlich gedeckt, ohne dass jemand eingegriffen habe.

          1 Min.

          Nach den jüngsten Vorwürfen gegen Frankfurter Polizeibeamte im Zusammenhang mit mutmaßlich rechtsextremer Äußerungen in Chats sowie Strafvereitelung im Amt und Verletzung von Dienstgeheimnissen fordern die hessischen Polizeigewerkschaften eine stärkere Kontrolle von Vorgesetzten. Gleichzeitig kritisierten sie, dass die Mechanismen, Führungsversagen aufzudecken, in Frankfurt nicht gegriffen hätten, obwohl die hessische Polizei seit zwei Jahren intensiv an einer Verbesserung der Führungs- und Fehlerkultur arbeite.

          Wie berichtet, hatten drei Vorgesetzte laut den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft offenbar gewusst, dass ein Polizist des Fahndungskommissariats sich des Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen schuldig gemacht hatte. Wie Polizeipräsident Stefan Müller sagte, haben die Beamten die Taten jedoch nicht verfolgt, sondern sogar noch vertuscht. „Es muss deshalb die Frage gestellt werden: Wer hatte Personalverantwortung für diese Führungskräfte?“, äußerte am Sonntag der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jens Mohrherr. „Wie werden diese Führungskräfte wiederum von darüber stehenden Vorgesetzten bewertet?“ Die Polizei könne „nicht unkontrolliert von oben nach unten machen, was Einzelne für richtig halten“.

          Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Dirk Peglow, sagte, durch die jüngsten Vorfälle würden „alle Maßnahmen, die die hessische Polizei in den vergangenen Jahren ergriffen hat, konterkariert. Vor allem, wenn Führungskräfte im Verdacht stehen, im laufenden Verfahren Einfluss genommen zu haben.“ Man müsse die weiteren Ermittlungen abwarten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Legt auch ihr Amt als RBB-Chefin nieder: Patricia Schlesinger

          Nach Schlesingers Rücktritt : Der RBB liegt in Trümmern

          Zuerst trat sie als ARD-Vorsitzende zurück, dann als Intendantin des RBB. Patricia Schlesinger hat die Reißleine gezogen. So vermeidet sie einen erzwungen Abgang. Ihr Sender braucht einen Neuanfang, der sich gewaschen hat.
          In der SPD wollen einige Gerhard Schröder loswerden. 09:34

          F.A.Z.-Frühdenker : Versucht die SPD Schröder loszuwerden?

          Im Parteiordnungsverfahren der SPD gegen Ex-Kanzler Gerhard Schröder soll eine Entscheidung fallen. Legt Cum-ex-Strippenzieher Hanno Berger ein Geständnis ab? Und: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger zieht die Notbremse.
          Die genauen Ursachen für die Entstehung des Nationalstaates Ukraine mögen in der Forschung umstritten sein – Unterstützer gab es immer: Eine gemischte Demonstrantengruppe fordert 1990 in Kiew die Unabhängigkeit.

          Osteuropaforschung : Die Verdammten der russischen Erde

          Würde die Osteuropäische Ge­schich­te einseitig zugunsten der Opfer imperialer Aggression Partei ergreifen, riskierte sie einen Rückfall: Ein Gastbeitrag zu Chancen und Risiken einer „Dekolonisierung“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.