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Frankfurter Forschung : Wie Sauerstoffradikale Krebs verhindern können

Fängt klein an: Krebs entsteht aus Zellen mit geschädigter DNA, die sich unkontrolliert vermehren. Bild: dpa

Wasserstoffperoxid ist aggressiv und schädigt Gewebe – ist aber auch in kleinen Mengen ein Signalstoff, der Zellen vor der Entartung schützen kann. Das bestätigen Laborversuche von Frankfurter Forschern.

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          Sauerstoffradikale stehen im Verdacht, Krebs zu erzeugen – doch sie können offenbar auch Krebs verhindern. Das zeigt eine Studie von Forschern der Universität Frankfurt. Die Physiologen um Katrin Schröder haben sich mit einem Enzym namens Nox4 beschäftigt, das in Körperzellen kleine Mengen von Wasserstoffperoxid bildet. Diese Verbindung gehört zu den „reaktiven Sauerstoffspezies“ und ist in hohen Konzentrationen stark gewebeschädigend, kann aber auch keimtötend und entzündungshemmend wirken.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Schröder und ihr Team untersuchten Mäuse, die wegen eines Gendefekts kein Nox4 bilden konnten. Wurden die Tiere einem krebserregenden Umweltgift ausgesetzt, entwickelten sie doppelt so oft Tumoren wie Mäuse mit dem Enzym. Da es sich um ganz unterschiedliche Krebsarten handelte, vermuteten die Wissenschaftler, dass Nox4 einen grundsätzlichen Einfluss auf die Zellgesundheit hat.

          Gleichgewicht in der Zelle

          Wie molekulare Experimente zeigten, sorgt das von Nox4 gebildete Wasserstoffperoxid dafür, dass bestimmte Signalproteine aus dem Zellkern ferngehalten werden. Gelangen diese Eiweißstoffe in den Kern, werden schwere DNA-Schäden vom Reparatursystem kaum noch erkannt. Damit steigt das Krebsrisiko.

          Schröder folgert aus den Ergebnissen: „Eine geringe Menge Wasserstoffperoxid hält also ein inneres Gleichgewicht in der Zelle aufrecht, das die Zellen vor Entartung schützt.“

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