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Saubere Luft in der Schule : Fenster oder Filter?

Laut Bildungsdezernentin Sylvia Weber ist man in Schulen mit regelmäßigem Lüften „auf der sicheren Seite“. (Symbolbild) Bild: Maximilian von Lachner

Wie soll die Luft in den Klassenräumen ausgewechselt werden, und was ist finanziell überhaupt möglich? Bei den Frankfurter Bildungspolitikern gehen die Meinungen darüber auseinander. Nur eines wollen alle vermeiden.

          2 Min.

          An 75 der 167 Frankfurter Schulen hat es schon Corona-Fälle gegeben, meist in älteren Klassen. In Kitas waren bis auf einen Fall immer Erwachsene betroffen. Aus Sicht von Bildungsdezernentin Sylvia Weber kann es „nur die allerletzte Maßnahme sein“, Schulen und Kitas zu schließen. Vorher müsse alles andere ausgeschöpft werden. „Wir können das nicht zu 100 Prozent ausschließen“, sagte die Sozialdemokratin am Montagabend im Bildungsausschuss. „Aber wir müssen alles dafür tun, damit das nicht wieder passiert.“

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wie sich in der Debatte zeigte, meinen aber Bildungspolitiker aus Koalition und Opposition im Römer, dass die Stadträtin eben nicht alle Mittel nutzt, um den Präsenzunterricht aufrechtzuerhalten. Denn Weber zeigte sich überzeugt, dass Luftfiltergeräte nicht dazu führen, dass weniger Schüler in Quarantäne müssen. „Sondern es sind die Masken, die helfen“, sagte sie. „Wenn Sie regelmäßig lüften, sind Sie auf der sicheren Seite.“

          Der Stadtverordnete Uwe Paulsen (Die Grünen) antwortete: „Ich hoffe, dass Ihr Optimismus berechtigt ist.“ Paulsen erinnerte an die Diskussion über Masken im März und empfahl Offenheit für Filtergeräte: „Man sollte neue Vorschläge nicht so schnell als nicht machbar, nicht finanzierbar abtun.“

          Plexiglasscheiben zwischen die Tische

          Der FDP-Politiker Stefan von Wangenheim verwies auf eine Studie der Hochschule der Bundeswehr in München. Diese zeige, dass Stoßlüften eine gute Idee sei. Aber Querlüften sei „das, was hilft“. In den meisten Klassenzimmern sei das nicht möglich, weil sich hinter der Tür der Gang befinde. Zudem bedeute das Lüften alle 20 Minuten jeweils fünf Minuten Unterbrechung. Das hessische Kultusministerium stelle immerhin zehn Millionen Euro für die Filter zur Verfügung. „Warum verhindern wir nicht mit Lüftungsgeräten wirklich die Schulschließungen?“ Wangenheim geht außerdem davon aus, dass die Schulen demnächst Plexiglasscheiben brauchen, um diese zwischen den Tischen aufzustellen.

          Kristina Luxen (SPD) verwies auf die Kälte beim Lüften: „Die Kinder haben Decken dabei.“ Sie warb für Kohlendioxid-Ampeln, um „Lehrern Arbeitsschutz zu bieten“. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sabine Fischer, ist auch Schulleiterin an der Walter-Kolb-Schule in Unterliederbach. Dort erinnere ein Gong „recht unaufdringlich“ ans Lüften. Aber auch Fischer findet, dass „wir uns in Richtung Technik etwas öffnen sollten“.

          Weber sagte, wenn es kalt werde, könne man auch nur für eine Minute lüften. An den meisten Schulen ließen sich die Fenster gut öffnen. Die Ausnahmen werde sich eine AG von Stadtschulamt, Amt für Bau und Immobilien und Gesundheitsamt ansehen. „Dort werden wir Abhilfe schaffen.“

          Die Filtergeräte hätten Tücken, sagte Weber weiter. Sie müssten mitten im Raum stehen, und Kabel seien Stolperfallen. Fachfirmen müssten regelmäßig die Filter austauschen. Daher kann die Dezernentin es nicht nachvollziehen, wenn „gutmeinende Fördervereine“ oder gar die Schulen selbst bei Eltern für den Kauf solcher Geräte würben. Weber sagte: „Wenn wir für 4500 Klassenräume in Frankfurt Geräte anschaffen wollten, wäre das ein relativ hoher Betrag.“ Sie sagte aber auch: „Es liegt nicht am Geld.“ Sie stehe im Kontakt mit Joachim Curtius von der Goethe-Universität, der Luftfilter kürzlich untersucht und empfohlen hatte. Weber versprach, sich weiter mit dem Thema zu befassen. „Geben Sie mir noch eine Woche Zeit.“

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