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Ganzheitliche Lösung gefordert : Bürgerinitiative: Keines der Mainufer für Autos sperren

Verkehrsstau auf der Schweizer Straße: Keine Seltenheit, seit das nördliche Mainufer gesperrt ist. Bild: Wonge Bergmann

Die Sachsenhäuser Bürgerinitiative vollzieht eine Kehrtwende: Sie will sich jetzt für ganzheitliche Lösungen der Verkehrsprobleme am Mainufer von Frankfurt einsetzen.

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          Die Frankfurter Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“, die gegen die Sperrung des Mainkais zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke protestiert und im September binnen weniger Tage rund 600 Unterstützer mobilisierte, hat sich programmatisch neu ausgerichtet. Nach Angaben des Sprechers der Initiative, Herbert Schmoll, ist die bisherige Hauptforderung, anstelle der nördlichen Uferstraße besser den südmainischen Schaumainkai zu sperren, fallengelassen worden. Die Initiative hatte zuvor argumentiert, dass der Verkehr besser weiter am Nordufer aufgehoben wäre, da es im Vergleich zum Museumsufer weniger attraktiv sei. Man habe eingesehen, dass eine Sperrung für keine der beiden Uferstraßen sinnvoll sei.

          Bernd Günther

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Initiative wolle verhindern, dass zwischen den Quartieren ein „Nord-Süd-Konflikt“ herbeigeführt werde, sagt Schmoll. Diese Gefahr habe bestanden. Zuletzt haben sich auch Anwohner des nördlichen Mainkais zusammengeschlossen, weil sie die dort gewonnene Entlastung und Ruhe vor dem Autoverkehr verteidigen wollen. Die Bürgerinitiative aus Sachsenhausen will sich nach eigenen Angaben für gemeinsame Lösungen einsetzen. Abgelehnt würden die „Problemverschiebungen“, wie sie nach Ansicht von Schmoll bisher Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) praktiziert hat.

          „Mainkai-Sperrung unsinnig“

          Die neue Fassung der Ziele des Bürgerprotests nehme auch Rücksicht darauf, dass etliche Unterstützer der Initiative nicht in Sachsenhausen, sondern nördlich des Mains wohnten. Darum wolle man auch die Interessen der Bürger vertreten, die etwa in der Innenstadt, vor allem an der Berliner Straße, oder auch im Bahnhofsviertel wohnten. Denn diese Quartiere litten ebenso wie Sachsenhausen unter den Folgen der „unsinnigen Sperrung des Mainkais“. Schmoll wies darauf hin, dass sich die Verkehrslage keineswegs normalisiert habe. Viele Autofahrer suchten sich neue Wege, die auch durch Wohnstraßen führten. Zum Zusammenbruch des Verkehrs sei es erst jüngst wieder gekommen, weil die Berliner Straße durch einen Demonstrationszug blockiert gewesen sei. Auf der verbliebenen West-Ost-Verbindung, dem Schaumainkai, sowie auf den Brücken herrsche Dauerstau, so Schmoll.

          Die Bürgerinitiative hat zudem eine weitere nachteilige Entwicklung ausgemacht. Nach Darstellung von Schmoll hat die Zahl an Reisebussen zugenommen, die in Sachsenhausen nicht nur am Schaumainkai, sondern nun mangels anderer Stellplätze auch im Inneren des Stadtteils parkten. Betroffen sei vor allem die Walter-Kolb-Straße, aber auch die Gartenstraße werde missbräuchlich als Busparkplatz genutzt. Nach Ansicht der Bürgerinitiative ist auch dies symptomatisch für die bisherige Verkehrspolitik. Ein Problem werde nicht gelöst, sondern einfach an andere Stelle verschoben. Parkplätze für Reisebusse mit Tagestouristen, die die Altstadt besuchen wollten, wären nach Ansicht von Schmoll besser am gesperrten Mainkai aufgehoben.

          Der Sprecher der Bürgerinitiative verwahrte sich gegen Kritik an seinem Kommunikationsstil. Mehrere Stadtverordnete im Römer hatten die Wortwahl und das Auftreten Schmolls beanstandet. Dieser zeigte sich davon unbeeindruckt. „Entweder schaffen wir es, die Mainkai-Sperrung kurzfristig aufzuheben, oder wir bringen das Thema in den Wahlkampf für die nächste Kommunalwahl.“

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