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Sonntagsgeschichten für Kinder : Adelheid will kein Schäfchen sein

  • -Aktualisiert am

Lesung im Funkhaus: Kinderbuchautorin Sabine Ludwig (rechts) im Gespräch mit Marie Lisa Kehler, der stellvertretenden Ressortleiterin der Rhein-Main-Zeitung Bild: Tom Wesse

Die Autorin Sabine Ludwig liest im Rahmen von F.A.Z.-Leser helfen für Kinder. In ihren Büchern geht es um ein Mädchen namens Adelheid, das ihren Mitschülerinnen gerne Streiche spielt.

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          Adelheid – damit fängt’s ja schon an. Wer heißt schon Adelheid? Den Namen kann man noch nicht einmal lustig abkürzen. Aber weil ihre Eltern auch ihrer vierten Tochter einen Namen geben wollten, der mit „A“ beginnt, blieb nach Annabel, Alexandra und Antoinette wohl nur noch Adelheid übrig. Benannt nach einer Großtante, die irgendwann ein Buch über Kaiser Wilhelm geschrieben hatte. Ihr Papa findet, deshalb sollte Adelheid stolz auf ihren Namen sein.

          Ist sie aber nicht. Sie würde viel lieber Zoe oder so heißen. Adelheid ist manchmal etwas langsamer als andere Kinder. Deshalb wird sie auch von einigen „Schaf“ genannt. Wenn die anderen nett sein wollen, sagen sie „Schäfchen“. Beides findet Adelheid blöd. Weil Schafe ein bisschen langweilig sind. Sie fressen den ganzen Tag, kauen, und wenn man an ihnen vorbeiläuft, machen sie vor Schreck „Pipi“.

          Schreiben war das Letzte, was ich machen wollte“

          Das Mädchen ist die Hauptfigur in Büchern der Autorin Sabine Ludwig, die bisher zwei Bücher aus der Reihe „Ausgerechnet Adelheid“ veröffentlicht hat. Der nächste Band erscheint im nächsten Mai, wie Ludwig bei einer Lesung der F.A.Z.- Sonntagsgeschichten erzählt hat. Dabei hat sie aus dem zweiten Teil, „Alles für die Katz“, vorgelesen. Dazu hat Marie Lisa Kehler, stellvertretende Redaktionsleiterin der Rhein-Main-Zeitung der F.A.Z., wieder viele kleine und große Zuhörer in den Räumen von Hit Radio FFH in Bad Vilbel begrüßt.

          Schreiben fand sie in der Schule immer fürchterlich, bekennt die Autorin im Gespräch mit Kehler. „Schreiben war das Letzte, was ich machen wollte“, bekräftigt sie. Eigentlich wollte sie Lehrerin für Deutsch und Französisch werden. Aber zur damaligen Zeit waren Lehrer nicht besonders gefragt. Also hat sie sich einen anderen Broterwerb gesucht. Denn neben ihrer Arbeit als Schriftstellerin übersetzt sie auch aus dem Englischen, dieser Tage ein Werk von Roald Dahl.

          Nähe zu den Kindern

          Aber um englische Literatur und die Tücken des Lehrerdaseins ging es am Sonntag nicht. Eher um tote Kakerlaken, die Adelheid im Kartoffelpüree von ihren zickigen Mitschülerinnen versteckt. Es geht um stinkende, tote Hamster und Vogelkadaver, die, mit allerlei anderen „Zutaten“ angereichert, zu einer „Gestankgranate“ werden. Also um jede Menge Ärger, den Adelheid meist nur deshalb bekommt, weil sie ihrem besten Freund Benni aus der Patsche helfen möchte. Für Frau Schmelzekopf, die Lehrerin der beiden, gibt es übrigens ein Vorbild im wirklichen Leben, wie die Autorin den Kindern verrät. Eine Lehrerin aus ihrer eigenen Grundschulzeit hieß tatsächlich so. Was lag also näher, als sich bei den eigenen Erinnerungen zu bedienen?

          Sabine Ludwig liest sehr gerne vor. Vor allem in Schulklassen ist sie häufiger Gast. Das habe auch ganz praktische Gründe. Schließlich bekomme sie von den Kindern dort immer direkt Rückmeldung, ob die Geschichten gut ankommen oder eher nicht. Dabei habe sie festgestellt, dass es selbst bei den Lehrern zwei Fraktionen gebe. Die einen mögen ihre bunten Geschichten rund um Hamsterkadaver und tote Mäuse, die anderen rümpfen die Nase.

          „Die Kinder langweilen sich nicht mehr“

          Die Autorin genießt den Kontakt mit ihren Lesern auch diesmal sichtlich. Auch wenn sie am Morgen um 5.30 Uhr aufgestanden sei, um den Zug von Berlin nach Frankfurt zu erwischen, sieht sie nicht müde aus. Sie erzählt, dass sie für ihre Geschichten gerne in die eigene Kindheit spaziert. Dort gab es nämlich tatsächlich einen Nachbarsjungen, dessen Hamster „ständig starben“. Und mit Gestank, Rauch und anderen Dingen habe sie selbst gerne experimentiert.

          Diesen Blödsinn, findet Sabine Ludwig, gebe es heute so gar nicht mehr. Warum? „Die Kinder langweilen sich nicht mehr“, glaubt Sabine Ludwig. Dass sich die Kinder mit dem dritten und letzten Band der Adelheid-Reihe auf jeden Fall nicht langweilen werden, verspricht die Autorin: „Da warten einige Überraschungen.“

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“

          Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Frankfurter Allgemeine/Rhein-Main-Zeitung bitten um Spenden für den ambulanten Kinderhospizdienst Löwenzahn in Frankfurt, der Familien mit lebens­­­verkürzend erkrankten Kindern berät und betreut, sowie für die German Doctors, die ehren­amtliche Ärzte in Länder entsenden, in denen es an grundlegender Gesundheits­versorgung mangelt. In Nairobi wollen sie in dem Slum Korogocho eine medizinische Ambulanz aufbauen.

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.- Leser helfen“ bitte auf die Konten:

          ■ Bei der Frankfurter Volksbank IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11

          ■ Bei der Frankfurter Sparkasse IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00

          ■ Per Paypal:

          Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Weitere Informationen zur Spendenaktion im Internet unter der Adresse www.faz-leser-helfen.de.

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