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Ringen um die IAA : Der VDA ist am Zug

Diskutiert: Die IAA war zuletzt das Ziel von Demonstranten. Bild: dpa

Zuletzt lief nicht alles rund bei der großen deutschen Autoschau: Demonstranten, Rücktritte und patzige Reden. Nun streckt auch Köln die Fühler aus. Es liegt es beim VDA zu entscheiden, wie es mit der IAA in Frankfurt weiter geht.

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          Eigentlich müssten ohnehin alle Messen in Frankfurt stattfinden. Denn die hiesige Messegellschaft ist eine der ganz wenigen im ganzen Land, die ihr Geld selber verdient. Das ist gut für die Gesellschafter, die Stadt Frankfurt und das Land Hessen, gut aber auch für die Steuerzahler.

          Andererseits macht nicht jede Messe gleichermaßen Freude. Die Internationale Automobilausstellung (IAA), bisher alle zwei Jahre in Frankfurt zu Gast, war zuletzt das Ziel von Demonstranten, die mit ein paar bedenkenswerten, aber mit vielen zu kurz gedachten Argumenten („Radeln statt rasen“) das Auto auf den nach ihm benannten Friedhof wünschen. Zudem reagierte der Veranstalter, der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA), im wahren Wortsinne kopflos, indem Verbandspräsident Bernhard Mattes noch während der IAA seinen Rücktritt ankündigte.

          Das Auto als Vehikel der Wahl

          Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) setzte beleidigt, weil nicht eingeladen, einen patzigen Redetext in die Welt, was bei der Autoindustrie den Eindruck schürte, die IAA sei in Frankfurt ohnehin nicht mehr willkommen. Bei einem Treffen mit VDA-Vertretern soll Feldmann Mitte Oktober allerdings ein Plädoyer für den Standort Frankfurt abgegeben haben. Vielleicht hatte ihn ja jemand daran erinnert, dass er nicht nur die Radfahrer und deren Belange repräsentiert, sondern auch der Messegesellschaft verpflichtet ist, deren Aufsichtsrat er vorsitzt.

          Doch vielleicht hat das ganze Hin und Her ja sein Gutes. Es könnte Anlass sein, das Konzept einer Automobilausstellung grundsätzlich zu überdenken. Ohnehin hat sich die IAA längst gewandelt – wer sie für eine Schau hält, auf der besinnungslos nur klimazerstörende Blechkisten gezeigt werden, hat lange keine mehr besucht. Das Auto wird für viele das Vehikel der Wahl bleiben, sei es aus Notwendigkeit, sei es als Ausdruck individueller Freiheit, aber dessen ungeachtet ist auch und gerade auf der IAA über intelligente Verkehrskonzepte der Zukunft diskutiert worden.

          Die Stadt und die Messe können das Ihre dazu beitragen, ein zeitgemäßes IAA-Konzept zu entwerfen. Den ersten Schritt muss allerdings der VDA tun. Es ist die Aufgabe des Verbandes zu sagen, was er will. Erst danach kann vernünftigerweise über Details gesprochen werden. Und dann kann es durchaus lohnen, über eine Öffnung der IAA zur Stadt zu sinnieren. Und warum nicht in europäisch denken? Eine Automesse abwechselnd in Frankfurt und in einer anderen Metropole, das hätte was.

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