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Reitschule in Ginnheim : Kein Ersatz für Ponyhof

Hier können sie nicht bleiben: Ruth von Freyberg (l.) und Anne Behrens betreiben den Ponyhof in Ginnheim. Bild: Finn Winkler

Der Ponyhof im Frankfurter Stadtteil Ginnheim muss seinen Standort verlassen. Die Betreiber machen die mangelnde Unterstützung der städtischen Ämter dafür verantwortlich.

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          Der Ponyhof in Ginnheim droht abzuwandern. Wie die Betreiberinnen erläutern, haben sie inzwischen eine Fläche in Nordhessen in Aussicht, weil es schier unmöglich erscheine, im Stadtgebiet eine Ersatzfläche zu finden. Die mangelnde Unterstützung der städtischen Ämter sei dafür verantwortlich, dass der Ponyhof nun die Stadt verlassen müsse. „Die Kinder hier in Frankfurt sind die Leidtragenden“, sagt Ruth von Freyberg, eine der Betreiberinnen.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Stadt beansprucht das seit 30 Jahren an den Ponyhof verpachtete Gelände für die Auslagerung der Diesterwegschule, die saniert werden muss. Die Suche nach einem anderen Standort für die Containeranlage war gescheitert. Bis Ende September muss der Ponyhof die städtische Fläche an der Straße Auf der Schlosshecke verlassen.

          Der Ponyhof sucht deshalb seit Monaten nach einer rund einen Hektar großen Ersatzfläche für die 13 Pferde, Unterstände und einen Reitplatz. Die Stadt und das zuständige Amt für Bau und Immobilien könnten eine solche Fläche nicht anbieten, hieß es bislang im Baudezernat. Laut dessen Sprecher will das Amt für Bau und Immobilien nun aber noch einmal prüfen, ob eine „abgespeckte Variante“ des Ponyhofs ohne große Baumaßnahmen an anderer Stelle genehmigungsfähig wäre. Die Betreiber hätten zunächst auch feste Gebäude für Toiletten und Bewirtung errichten wollen. „Die Kollegen prüfen noch einmal und suchen nach Lösungen. Aber wir können nichts versprechen“, sagt der Sprecher.

          Keine Ausnahmegenehmigung möglich

          Zuletzt hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Nils Kößler den Planungsdezernenten Mike Josef (SPD) dazu aufgefordert, eine Ausnahmegenehmigung für die Nutzung eines Privatgrundstücks in Preungesheim zu erteilen, das dem Ponyhof angeboten worden war. Da diese Fläche jedoch im Landschaftsschutzgebiet liegt, sei dies ohne Einverständnis des Umweltamtes nicht möglich, sagt Josefs Sprecher. Gleiches gelte auch für ein zweites Grundstück an der Niedwiesenstraße in Ginnheim. „Wir können nicht einfach genehmigen, wenn die Voraussetzungen nicht da sind“, sagt der Sprecher. Verwaltungsintern sei vereinbart worden, dass das Amt für Bau und Immobilien einen runden Tisch zu dem Thema einberuft. „Wir warten darauf.“

          Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde bestehen im sogenannten Außenbereich keine Möglichkeiten, einen gewerbsmäßig betriebenen Ponyhof unterzubringen. „Sollten uns weitere Flächen vorgeschlagen werden, werden wir diese gern prüfen und stehen für Gespräche dazu bereit“, sagt die Sprecherin des Umweltdezernats.

          Die Familien der rund siebzig Reitschüler haben sich in einem offenen Brief an die Stadtverwaltung gewandt: „Für uns stellt sich weiterhin auch die Frage, inwieweit – bei allem Verständnis für die Notlage der Diesterwegschule und die notwendigen Sanierungsarbeiten – eine Auslagerung der Schule an einen anderen Ort erfolgen könnte“, heißt es darin. Der Ponyhof leiste eine wertvolle pädagogische Arbeit. „Das pädagogische Konzept, das fernab von normierten Reitabzeichen-Kursen das Hauptaugenmerk auf die Tiere legt, auf die Bedürfnisse und Beziehungen von Pony und Kind, ist aus unser aller Sicht von unschätzbarem Wert“, schreiben die Eltern und bitten um eine Perspektive für die beliebte Einrichtung.

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          Doch die Zeit wird knapp. Eine Verlängerung der Nutzung sei nicht möglich, sagt der Sprecher des Baudezernats: „Die Planungen für die Auslagerung laufen. Das Grundstück wird ab Herbst benötigt.“

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