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Rechenzentren in Frankfurt : Ärger in der Hauptstadt der Daten

  • -Aktualisiert am

Seckbach in Frankfurt: An der Friesenstrasse entstehen bereits weitere Rechenzentren Bild: Maximilian von Lachner

In Frankfurt ist man stolz auf den Titel als Hauptstadt der Daten. Dennoch schütteln Stadtplaner und Bürger den Kopf beim Anblick der fassadenlosen Kästen, die große Grundstücke der eigentlich kleinen Stadt füllen.

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          Es ist eine klare Sache: Man kann nicht „Mehr Digitalisierung!“ rufen und dann die dafür nötige Infrastruktur, allen voran die Rechenzentren, weit von sich weisen. So gesehen ist der Stadt und den Frankfurtern ein Kompliment zu machen, hier nutzt man nicht nur die Vorteile der digitalen Welt, man akzeptiert auch ihre physische Kehrseite, ist stolz auf den Titel als Hauptstadt der Daten. Ein wirkliches, gar ein gutes Verhältnis zu der Branche, die mit ihren Bauanträgen im Wert von deutlich über 60 Millionen Euro allein im vergangenen Jahr auf sieben Prozent der stadtweit genehmigten Investitionssumme kam, kann man der Stadt und ihren Politikern dennoch nicht zuschreiben. Die Mehrheit weiß mit diesem Thema weiterhin wenig anzufangen.

          Deshalb ist von den Vertretern der meist im Ausland beheimateten Unternehmen die Klage zu hören, dass das Willkommen für eine Zukunftsbranche durchaus aufmerksamer ausfallen dürfte. Stattdessen müsse man sich für jedes Vorhaben durch lange Genehmigungsverfahren und vielerlei Auflagen quälen, zudem sei der Strompreis auf Rekordniveau. Auf der anderen Seite schütteln Stadtplaner und eben auch Bürger den Kopf beim Anblick der fassadenlosen und mit Zäunen bewehrten Kästen, die große Grundstücke der eigentlich kleinen Stadt füllen. Und Unternehmer mahnen, die neue Konkurrenz dränge sie aus der Stadt, weil sie dank ihrer guten Einnahmen Grundstückspreise zahlen kann, die für Mittelständler unerschwinglich sind.

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