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Radeberger : Lösung für Henninger-Areal in Sicht

Lauter Nachbar: Das Stapeln von Kisten macht viel Lärm - Radeberger überlegt, das Bier künftig in einer Halle zu verladen Bild: Frank Röth

Die Radeberger-Gruppe senkt im Streit um die geplante Wohnbebauung in der Nachbarschaft ihre Ansprüche. Die Brauerei hat ein Lärmschutz-Konzept erarbeitet.

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          In dem Konflikt zwischen geplanter Wohnbebauung auf dem Henninger-Gelände in Sachsenhausen und der benachbarten Radeberger-Brauerei zeichnet sich eine Lösung ab. Wie bekannt wurde, soll Radeberger in einem Gespräch mit der Stadt ein Konzept vorgelegt haben, wie der von der Brauerei ausgehende Lärm verringert werden könnte. Radeberger will demnach in den Lärmschutz auf dem eigenen Gelände investieren und Betriebsabläufe optimieren. Die Brauerei möchte offenbar den Wohnungsbau-Konzern Actris Immobilien GmbH, der auf dem Henninger-Gelände 700 Wohnungen für etwa 2.000 Frankfurter errichten möchte, an den Kosten für diese Lärmschutzmaßnahmen beteiligen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          An dem Gespräch sollen neben Vertretern der Radeberger-Geschäftsführung auch Wirtschaftsdezernent Markus Frank und Planungsdezernent Edwin Schwarz (beide CDU) teilgenommen haben. Die Stadt ist an einem Verbleib der Brauerei in Sachsenhausen interessiert und will den Ausgleich zwischen dem Unternehmen und dem Wohnungsbau-Investor fördern. „Das große Ziel, Brauerei und Wohnen gemeinsam zu realisieren, ist erreichbar“, sagte Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) auf Anfrage.

          Beide Unternehmen bald an einem Tisch

          Radeberger will in den Standort Sachsenhausen investieren. Um den Lärm zu reduzieren, beabsichtigt der Konzern unter anderem, Verladevorrichtungen in einer Halle unterzubringen. Auch eine Lärmschutzwand soll im Gespräch sein. Die Brauerei würde sich dem Vernehmen nach mit diesen Lärmschutzvorrichtungen auf dem eigenen Firmengelände begnügen. Radeberger besteht demnach nicht mehr auf dem Bau eines bis zu siebengeschossigen Bürogebäude-Riegels an der Grenze zum geplanten Wohngebiet, wie er im Bebauungsplan vorgesehen ist. Das Unternehmen teilte lediglich mit, es sei „permanent mit der Stadt in Gesprächen, um das Bestmögliche für alle Beteiligten zu erarbeiten“.

          Die Actris Immobilien GmbH ist zu dem Gespräch nicht hinzugezogen worden. Der Berater Ludwig Marquart, der den Besitzer Daniel Hopp vertritt, sagte, er sei jederzeit bereit, in Gespräche einzutreten. Über eine mögliche finanzielle Beteiligung an Lärmschutzkosten für Radeberger sagte er: „Grundsätzlich gilt, dass jeder seine Hausaufgaben zunächst allein machen sollte.“ Der Wirtschaftsdezernent hegt die Hoffnung, dass sich beide Unternehmen bald an einen Tisch setzen könnten. „Unsere Aufgabe ist es, die Gespräche in einer positiven Atmosphäre zu führen“, sagte Frank.

          Umzug nach Bad Vilbel gescheitert

          Offen ist weiterhin, ob in den unmittelbar an das Brauerei-Gelände angrenzenden Henninger-Turm auch Wohnungen untergebracht werden können. Der Turm liegt in einer Pufferzone zwischen dem geplanten reinen Wohngebiet östlich des Hainer Wegs und dem Radeberger-Standort. Für den Henninger-Turm soll ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden.

          Die Radeberger-Gruppe hatte bereits im Bebauungsplanverfahren Bedenken gegen die Wohnbebauung in der Nachbarschaft angemeldet. Sie fürchtete Klagen von Anwohnern und auch um die Entwicklung des Brauereibetriebs. Der Konzern hatte im Frühjahr sogar angekündigt, seinen Standort in Sachsenhausen wegen der Ausgestaltung des Bebauungsplans für das frühere Henninger-Areal zu verlassen. Ein Umzug nach Bad Vilbel war aber gescheitert.

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