https://www.faz.net/-gzg-9wp2e

Wegen Judenfeindlichkeit : Rabbiner als Mutmacher in eigenen Gemeinden gefragt

  • Aktualisiert am

Würdevoll: In der Frankfurter Westendsynagoge erhalten Absolventen des Rabbinerseminars in einer Zeremonie ihre Anerkennungsurkunden Bild: Wolfgang Eilmes

Auch Rabbiner in Frankfurt und andernorts in Hessen sehen sich vermehrt als Mutmacher gefordert. Das ist eine Folge des Anschlags auf eine Synagoge in Halle an der Saale, wie der Frankfurter Geistliche Apel sagt.

          1 Min.

          Der Anschlag auf die Synagoge in Halle und das Erstarken des Antisemitismus ist auch für die Arbeit von Rabbinern in Hessen eine ganz besondere Herausforderung geworden. „Wir sind schon in einer Situation, wo man Rabbiner braucht, die in Notsituationen Menschen helfen können, die eine Richtung geben, die die Menschen auch ermutigen und stärken können in Tagen der Not“, sagt Avichai Apel, einer der beiden Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt.

          „Wir sind schon in einer Situation, wo Menschen sich die Frage stellen: Gehe ich in eine Gemeinde oder nicht, nehme ich teil an Aktivitäten oder nicht? Antisemitismus wird erkennbar und wird leider noch stärker sein, so lange die Gesellschaft nicht noch mehr dagegen unternimmt“, mahnt Apel. Hierbei seien auch die Rabbiner gefragt.

          Anerkennung durch Oberrabbiner

          Immer wieder führten er und seine Kollegen Gesprächen mit Familien, die fragten, ob sie eine Zukunft in Deutschland hätten, sagte Apel. „Das ist ein Alarm für die gesamte Gesellschaft.“ Es sei aber auch zu spüren, dass viele junge Rabbiner und Kandidaten für ein Rabbineramt diese Herausforderung annehmen wollten.

          Apel ist Vorstandsmitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz in Deutschland und gehört der Fakultät des Rabbinerseminars in Berlin an, das seit zehn Jahren Rabbiner für die Gemeinden in Deutschland ausbildet. Am Mittwoch Abend wollte der israelische Oberrabbiner Meir Lau die Frankfurter Westendsynagoge besuchen, um Absolventen des Seminars in einer Zeremonie Anerkennungsurkunden zu überreichen.

          Nach Angaben eines Sprechers der Europäischen Rabbinerkonferenz ist es das erste Mal, dass das Oberrabbinat in Israel die Absolventen einer Institution im Ausland offiziell anerkennt. „Das bedeutet auch eine Anerkennung der Qualität unserer Ausbildung“, sagte Apel.

          Weitere Themen

          Welche Fragen haben Sie zu Corona?

          F.A.Z-Newsletter : Welche Fragen haben Sie zu Corona?

          In der Corona-Krise sind wir rund um die Uhr für Sie im Einsatz. Trotzdem wird es Fragen geben, die Sie noch nicht hinreichend beantwortet sehen. Schreiben Sie uns! Was heute wichtig wird, steht im F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          Topmeldungen

          War als Journalistin schon vor ihrem Bruder erfolgreich: Rachel Johnson

          Rachel Johnsons Buch : Being Boris’ Schwester

          Ehrgeiz wird in dieser Familie übergroß geschrieben, öffentliche Aufmerksamkeit ist für sie lebensnotwendiger Treibstoff: Was das Buch von Boris Johnsons Schwester Rachel zwischen den Zeilen verrät.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.