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„Pulse of Europe“ : Hymnen auf die Einigkeit

„Wir überlassen Europa nicht Wilders, Le Pen, Petry und Höcke!“ - auch Frankfurts Oberbürgermeister sprach bei der „Pulse of Europe“-Demonstration. Bild: dpa

In 35 Städten fanden am Wochenende Demonstrationen von „Pulse of Europe“ statt. Zur Kundgebung auf dem Frankfurter Goetheplatz kamen 2500 Demonstranten.

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          Parteipolitik soll bei den allsonntäglichen Demonstrationen von „Pulse of Europe“ eigentlich keine Rolle spielen. Weil aber bei den Kundgebungen der Bürgerinitiative auf dem Goetheplatz die Kultur des offenen Mikrofons gepflegt wird, haben gestern auch einmal Politiker das Wort ergriffen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) feierte die Bewegung, die von einem Ehepaar aus dem Westend mit einigen Freunden ins Leben gerufen worden ist, als großen Erfolg für Frankfurt. Das zeige sich auch daran, dass es inzwischen Parallelveranstaltungen in 35 Städten in Deutschland, Holland und Frankreich gebe.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Er rief den nach Veranstalterangaben mehr als 2500 Zuhörern auf dem Platz zu: „Wir überlassen Europa nicht Wilders, Le Pen, Petry und Höcke!“ Feldmann würdigte das Verbindende der europäischen Idee und die vielfältigen Verbindungen Frankfurts in Europa, sowohl was den Verkehr angehe als auch die Schüleraustausche oder Studenten aus ganz Europa an hiesigen Hochschulen. Er verwies auf die Worte des früheren französischen Staatspräsidenten François Mitterrand - ein Frankfurter Ehrenbürger - , der gesagt habe, Nationalismus bedeute am Ende immer Krieg. Schließlich rief er unter Applaus: „Darum lasst uns zusammenbleiben.“

          „Wir wünschen uns mehr Europa von der SPD“

          Daniel Röder, Mitbegründer der „Pulse of Europe“-Initiative, gab dem Oberbürgermeister dann aber mit auf den Weg, dafür zu werben, dass auch dessen Partei ihr Bekenntnis zu Europa mit konkreten Inhalten füllen solle. „Wir wünschen uns mehr Europa von der SPD!“

          Bürgermeister Uwe Becker (CDU), der danach ans Mikrofon trat, rief dazu auf, sich nicht in Kritik am Kleinen zu verlieren und nicht durch Zwei-Klassen-Denken „die Axt an den Baum Europa“ zu legen. Auch er musste sich anschließend von Röder fragen lassen, wie dieser Appell zu vereinbaren sei mit einem Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten, das etwa die Kanzlerin propagiere.

          Ihrem Motto folgend, dass bei aller Kritik die Freude an Europa nicht verlorengehen dürfe, zogen die Demonstranten mit „In Diversity United“-Rufen anschließend zur Alten Oper und durch den Anlagenring am Beethoven-Denkmal vorbei, wo ein Bläserensemble die Europa-Hymne - die „Ode an die Freude“ aus der 9. Symphonie - spielte.

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