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Psychose bei Geflüchteten : „Das Hilfsangebot reicht nicht aus“

Psychische Erkrankungen und Traumata von Geflüchteten bleiben oftmals unbehandelt. Der Grund ist nicht zuletzt das Geld. Bild: dpa

Menschen, die aus Krisengebieten fliehen, leiden oftmals unter psychischen Erkrankungen. Zwar gibt es Beratungsangebote für solche Fälle. Doch das reicht nicht.

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          Welches Motiv der Täter von Limburg hatte, ist noch ungeklärt. Möglich erscheint, dass er in einer Psychose handelte. Wie viele Flüchtlinge an den Folgen eines Traumas oder einer psychischen Erkrankung leiden, ist nicht dokumentiert. Es gibt eine Reihe von Hilfsangeboten, unter anderem vom hessischen Ministerium für Soziales und Integration. Dieses hat die Gründung von vier Beratungszentren gefördert, in denen Flüchtlinge niedrigschwellig psychologische Hilfe erhalten sollen. 1,6 Millionen Euro jährlich zahlt das Land seit 2018 den Zentren in Kassel, Gießen, Darmstadt und Frankfurt. Sie dienen den Flüchtlingen als erste Anlaufstelle in Krisensituationen und sollen die Versorgungslücke schließen, die entsteht, wenn die Flüchtlinge das Ankunftszentrum in Gießen verlassen.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Ankunftszentrum selbst wird versucht, Flüchtlinge, die schwere Formen psychischer Gewalt erlitten haben, zu identifizieren und ihnen Hilfsangebote zu machen. Dies geschieht nach Anhaben des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration während einer „verpflichtenden Erstuntersuchung“. Durch das kostenfreie Folgeangebot in den Beratungszentren sollen die Menschen so lange psychisch stabilisiert werden, bis sie in die „örtliche Regelstruktur“ vermittelt werden können und beispielsweise einen Therapieplatz bekommen.

          Die Psychosozialen Zentren würden „schnelle und unkomplizierte“ Hilfe leisten, „die in dieser Form im Regelsystem nicht vorhanden ist“, heißt es seitens des Ministeriums. In Frankfurt teilen sich fünf Anbieter diese Aufgabe, darunter das Sigmund-Freud-Institut, das Evangelische Zentrum für Beratung und Therapie und „Fatra“, eine Beratungsstelle für Flüchtlinge und Folteropfer. Man arbeite in den Zentren mit Dolmetschern zusammen, um den Flüchtlingen Hilfsangebote machen zu können, sagte ein Fatra-Sprecher. „Wir haben Wartelisten. Die Nachfrage ist größer als die Hilfe, die wir anbieten können. Das Angebot reicht nicht aus.“ Denn viele Flüchtlinge würden den Gang zu einem niedergelassenen Therapeuten scheuen, meint der Sprecher. Aus Scham – und auch aus Geldnot. Denn die Kosten für einen Dolmetscher müssen sie selbst tragen.

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