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Prozess gegen Feldmann : „Du Würstchen wirst niemals Oberbürgermeister“

Peter Feldmann am Mittwoch vor Gericht: Der Prozess gegen den früheren Oberbürgermeister ist derzeit bis zur Woche vor Weihnachten terminiert. Bild: dpa

Im Korruptionsprozess gegen Frankfurts ehemaligen Oberbürgermeister Peter Feldmann sagt die frühere AWO-Verantwortliche Hannelore Richter aus. Sie betont, er habe nichts für die Arbeiterwohlfahrt getan – und teilt doch gegen ihn aus.

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          Im Prozess gegen Frankfurts abgewählten Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat Hannelore Richter, ehemalige Geschäftsführerin des Kreisverbands der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Wiesbaden und Sonderbeauftragte für Frankfurt, über den Angeklagten gesagt: „Er ist vieles, aber nicht korrupt. Ich habe ihn nicht gekauft, und er hat sich nicht kaufen lassen.“ Sie habe seiner späteren Ehefrau Zübeyde, die damals noch Temizel hieß, eine Stelle als Kita-Leiterin nicht aufgrund seiner Amtsstellung angeboten. Zwar habe Feldmann sie bei einem gemeinsamen Essen 2014 in einem Restaurant in Wiesbaden, bei dem auch Richters Ehemann und Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands Frankfurt, Jürgen Richter, dabei war, als seine Freundin vorgestellt. „Ich wäre aber nie im Traum auf den Gedanken gekommen, dass Frau Temizel jemals Frau Feldmann werden könnte und ich davon einen Nutzen haben könnte.“

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auch gegen Richter wird wegen der mutmaßlichen Vorteilsannahme Feldmanns ermittelt: Gegen sie läuft ein Verfahren wegen Vorteilsgewährung. Sie hätte deshalb keine Aussage machen müssen, wollte dies aber tun. Bereits angeklagt ist Richter zusammen mit ihrem Ehemann und zwei weiteren Angeschuldigten wegen gemeinschaftlichen schweren Betruges. Dort geht es um mutmaßlich überhöhte Rechnungen an die Stadt Frankfurt für zwei in deren Auftrag betriebene Flüchtlingsunterkünfte, der Schaden soll 2,6 Millionen Euro betragen. Weitere Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit fingierten Honorarzahlungen und der Gewährung überhöhter Dienstwagenpauschalen dauern der Staatsanwaltschaft zufolge an.

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