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Umstrittenes Bauvorhaben : Protest gegen Erweiterung des Hotels Interconti wirkungslos

Blick in die Zukunft: So könnte das Hotel nach der Erweiterung aussehen. Bild: Visualisierung Collignon Architektur

Anwohner und namhafte Architekten kritisieren die geplante Umgestaltung des Hotelhochhauses Intercontinental in Frankfurt. Aber die Kritik prallt an der Stadt ab.

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          Ungeachtet der vielstimmigen Kritik an der Erweiterung des Hotels Intercontinental hält die Stadt Frankfurt an dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan fest. Wie ein Sprecher des Planungsdezernats sagte, ist es der übliche Weg, im Bebauungsplanverfahren Einwände geltend zu machen, die dann bewertet würden. Wann der Plan öffentlich ausgelegt werde, stehe noch nicht fest.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Stadtverordneten hatten im Juni mit breiter Mehrheit den Aufstellungsbeschluss gefasst. Außer der Koalition hatte unter anderem die CDU-Fraktion dem Verfahren zugestimmt. Die Stadt will zu beiden Seiten der Hochhausscheibe den Blockrand schließen. Das zentral auf dem Grundstück liegende Hotelgebäude soll entlang der Wilhelm-Leuschner-Straße durch ein Bürogebäude und am Untermainkai durch ein Wohngebäude ergänzt werden.

          Die geplante Erweiterung der Hochhausscheibe stößt in der Nachbarschaft, unter Architekten und im Ortsbeirat auf erhebliche Kritik. Zwar hatte die Stadt im September Bürger an einem Workshop beteiligt. Anwohner bemängeln jedoch, dass sie die Einladung nicht erreicht habe. Sie bezweifeln, dass die Form der öffentlichen Bekanntmachung noch zeitgemäß sei. Wie der Sprecher des Planungsdezernats erläutert, wurde im Ortsbeirat, durch Aushänge in Info-Kästen und auf der Internetseite des Stadtplanungsamtes auf die Bürgerbeteiligung hingewiesen. Es sei grundsätzlich schwer, die Bürger zu erreichen. „Wir machen schon viel mehr als üblich.“

          „Die Alternativlosigkeit ist ein bedenklicher Punkt“

          Die Kritiker halten es zudem für falsch, dass der Bebauungsplan genau für einen Entwurf des Berliner Büros Collignon angefertigt wird, der in Abstimmung mit dem Eigentümer Aroundtown entwickelt wurde. Der Anwalt Karl-Heinrich Seel meint, dass über eine Bebauung, die das Stadtbild verändern werde, nicht in einem „geschlossenen Zirkel“ gesprochen werden dürfe. Die Stadt solle mindestens Varianten prüfen und öffentlich darüber diskutieren. „Das wird durch die kalte Küche entschieden. Die Alternativlosigkeit in diesem Verfahren ist ein bedenklicher Punkt.“

          Der Architekt Stefan Forster findet es nicht problematisch, dass vor und hinter der Hochhausscheibe überhaupt gebaut werden soll. Der Entwurf habe aber handwerkliche Fehler, denn er missachte das Umfeld. „Ein Architekt muss sich hier an der klassizistischen Uferbebauung orientieren und nicht am Interconti“, meint Forster. Immerhin sei das Mainufer in diesem Abschnitt geprägt gewesen durch historische Villen. Forster regt an, für die Gestaltung ein Verfahren aufzusetzen.

          Einzelne Häuser, die Durchblicke zulassen

          Das sieht der Architekt Karl Dudler ähnlich: „Es ist ein seltsamer Vorgang, an einer so wichtigen Stelle ein nichtssagendes Gebäude hinzuknallen. Die Stadt muss mehr über die Bedeutung dieses Ortes nachdenken.“ Anstelle eines Gebäuderiegels würde Dudler einzelne Häuser favorisieren, die Durchblicke zulassen. Die historische Stadtsilhouette sei an dieser Stelle geprägt gewesen von stattlichen Häusern mit Höhensprüngen, Einschnitten, Abständen und Schichten.

          Der Architekt Jens Jakob Happ hält die Argumentation, der Blockrand müsse geschlossen werden, auch mit Blick auf das Hotel Intercontinental für verkehrt. Es gehöre zu den Grundlagen der städtebaulichen Planung, zwischen Block und Solitär zu unterscheiden. Beim Block gehe es um das Umschließen eines privaten Freiraums. Der Solitär dagegen sei freigestellt, er rücke aus der Bauflucht und schaffe damit zum Straßenraum Vorplätze. „Genau dieses Prinzip findet beim Interconti Anwendung. Typologisch macht die Kombination dieser Stadtbausteine jedoch keinen Sinn. Im Gegenteil, sie behindern sich wechselseitig. Weder der Innenhof hat Qualität, noch kann sich das Hochhaus im Stadtraum artikulieren.“

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