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Protest gegen Corona-Regeln : Kaum „Querdenker“ in Frankfurt

Trotz offizieller Absage: Rund 500 Demonstranten versammelten sich schließlich doch auf dem Rebstockgelände in Frankfurt. Bild: Lucas Bäuml

Die Frankfurter „Querdenker-Versammlung“ ist vorbei. Rund 500 Teilnehmer waren in den Rebstockpark gekommen. Es gab auch eine Festnahme.

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          Die Kundgebung gegen die Corona-Politik am Frankfurter Rebstockpark ist vorbei. Nachdem die ursprünglich unter dem Motto „Wie viel kann man Euch noch glauben? Medienkritik und Kulturerhalt“ geplante Veranstaltung am frühen Sonntagnachmittag abgesagt worden war, waren rund 500 Demonstranten dennoch zu einer spontanen Versammlung in den Park gekommen.

          Helmut Schwan
          (hs.), Rhein-Main-Zeitung
          Jan Schiefenhövel
          (höv.), Freier Autor

          Die Polizei wies in Durchsagen auf die Maskenpflicht hin und kontrollierte Teilnehmer, die die Auflagen nicht einhielten. Eine Person, die aggressiv wurde und Widerstand leistete, wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Viele Beamte aus verschiedenen Bundesländern waren in der Stadt präsent. Auch im Rebstockpark warteten die Einsatzkräfte schon mit einem Großaufgebot auf die Versammlungsteilnehmer, die angekündigt hatten, aus ganz Deutschland anreisen zu wollen.

          Die für 14 Uhr geplante Veranstaltung hatte ursprünglich auf der Bertramswiese neben dem Hessischen Rundfunk stattfinden sollen. Das Ordnungsamt untersagte jedoch mit Blick auf zum Teil gewaltsame Übergriffe von Teilnehmern der Demonstrationen in Kassel und Stuttgart diesen Versammlungsort. Vereinzelte Protestgruppen zeigten sich dennoch im Stadtgebiet.

          Im Rebstockpark übte die Rednerin Eva Rosen Kritik am Hessischen Rundfunk und sprach von „Propaganda und politisch gesteuertem Journalismus“. Bei der Berichterstattung über die Pandemie komme die Isolation von alten Menschen und die Einsamkeit von Kindern nicht vor. Kritiker der Vorsichtsmaßnahmen würden verunglimpft.

          Nicht alle Teilnehmer der Kundgebung hielten sich an die Maskenpflicht und die geltenden Abstandsregeln.
          Nicht alle Teilnehmer der Kundgebung hielten sich an die Maskenpflicht und die geltenden Abstandsregeln. : Bild: Lucas Bäuml

          Zu der Versammlung hatte die Gruppe „Kultur steht auf“ aufgerufen, hinter der die Schriftstellerin und Werbeagentin Celine von Knobelsdorff aus Süddeutschland steht, die auch psychologische Beratung anbietet.

          Die Versuche einzelner Personen, die Bertramswiese dennoch zu betreten, hatte die Polizei schon am Vormittag unterbunden. Die Polizei hatte vor dem Hessischen Rundfunk am Sonntagmittag einige Demonstranten angetroffen und abgewiesen, wie ein Sprecher dieser Zeitung sagte. Nach den Erfahrungen mit Demonstrationen von „Querdenkern“ und anderen Kritikern der Corona-Maßnahmen in anderen Städten sei die Polizei „auf alles vorbereitet“. Der von den Veranstaltern geplante Demonstrationszug zur Konstablerwache in der Innenstadt wurde von der Stadt verboten. Die Polizei war schon in der Mittagszeit in der Innenstadt präsent, zum Beispiel vor der Alten Oper, an der Paulskirche und entlang der Mainzer Landstraße.

          Die Stadt als Versammlungsbehörde hatte die Verlegung in den Rebstockpark mit dem Schutz der Gesundheit wegen dem Ansteckungsrisiko gerechtfertigt. Nach Angaben der Stadt hatten „Querdenker“-Gruppen aus ganz Deutschland für die Kundgebung geworben. Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU), zu Zustände wie bei den Demonstrationen in Stuttgart und Kassel mit Verstößen gegen Auflagen dürfe es in Frankfurt nicht kommen.

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