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Probealarm : Warnungen über Handys, Radios und Sirenen

Amtliche Warnung aber keine Gefahr: Der Bundesweiter Warntag soll auf den Ernstfall vorbereiten. Bild: dpa

Vor zwei Jahren ging der bundesweite Probealarm ziemlich daneben: Wie in Frankfurt waren weder Sirenen zu hören, noch die angekündigten Warnmeldungen auf dem Handy zu lesen. Das soll diesmal mit neuer Technologie besser laufen.

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          Wenn am Donnerstag, dem bundesweiten Warntag, die Sirenen im ganzen Land um 11 Uhr heulen, wird es in Frankfurt vergleichsweise ruhig sein. Nur bei Sanofi in Höchst und bei Allessa in Fechenheim wird der durchdringende Ton die Nachbarschaft alarmieren. Denn in Frankfurt mangelt es bereits seit vielen Jahren an einem funktionierenden Sirenensystem. Der Magistrat beabsichtige, ein flächendeckendes und modernes Sirenennetz aufzubauen, heißt es dazu vonseiten der Feuerwehr. Dass die dafür notwendige Vorlage von der Feuerwehr bereits vor fünf Jahren fertiggestellt wurde, erwähnt die höfliche Mitteilung nicht.

          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch Sirenen können „nur“ warnen, aber auch nicht mehr. Damit ein lautes Heulsignal nicht in der Folge zahlreiche Anrufe in den Leitstellen von Polizei und Feuerwehr auslöst, gehören heute Radio, elektronische Anzeigetafeln und vor allem Mobiltelefone zur Informationskette dazu, um die Bevölkerung über einen Notfall informieren zu können.

          Erstmalige Warnung auf (fast) allen Handys

          Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wird daher am Donnerstag um 11 Uhr einen Warntext über das nationale Warnsystem (MoWaS) schicken. In Frankfurt wird er dann zum Beispiel im Radio des Hessischen Rundfunks verlesen und auf elek­tronischen Werbedisplays von Ströer gezeigt. Wer außerdem ein Digitalradio (DAB+) mit Warnfunktion EWF besitzt, muss sein Gerät noch nicht einmal eingeschaltet haben, das Radio sollte sich um 11 Uhr von allein aktivieren.

          Erstmals wird auch die Technologie Cell Broadcast zum Einsatz kommen, um eine Warnmeldung der höchsten Stufe an alle Handys in Deutschland versenden zu können. An alle Handys? Fast alle – denn ältere Modelle oder jene, die nicht das neueste Update aufgespielt haben, werden keine Nachricht erhalten. Wer sich vorab informieren möchte, ob sein Mobiltelefon „modern genug“ ist, kann auf den Seiten des BBK nachsehen. Darüber hinaus wird der Probealarm auch über die Apps Hessenwarn und den Vorläufer Katwarn ausgespielt, die in Hessen von etwa 785.000 Personen genutzt werden. Um 11.45 Uhr folgt dann die Entwarnung über alle Kanäle.

          Wie wichtig Testläufe des Systems sind, offenbarte der erste bundesweite Warntag im September 2020. Damals hatte sich die zentrale Testwarnung des BBK um 30 Minuten verzögert. Der damalige Behördenchef Christoph Unger musste seinen Posten räumen, die Behörde wurde neu ausgerichtet.

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