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Prinzessin kontert Spenden-Vorwürfe : „Wie in einem schlechten Film“

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Der Frankfurter Ehrenbürger Bruno H. Schubert mit Ehefrau Meharit, Gastgeberin Odette Krempin und Kulturschaffender Hilmar Hoffmann (von links nach rechts) bei Spenden-Gala „Honestly Help” in Frankfurt Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Eben noch die umschwärmte Hoheit, ist Odette Maniema Krempin, die in Frankfurt ansässige Honorarkonsulin für die Demokratische Republik Kongo, ins Zwielicht geraten. Ein Fernsehbericht wirft ihr unseriöse Machenschaften bei ihren wohltätigen Projekten vor - zu Unrecht, wie die Prinzessin beteuert.

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          Die Prinzessin sagt, sie fühle sich wie in einem schlechten Film. Eben noch die umschwärmte Hoheit, ist Odette Maniema Krempin, die in Frankfurt ansässige Honorarkonsulin für die Demokratische Republik Kongo, ins Zwielicht geraten. Ein Fernsehbericht wirft ihr unseriöse Machenschaften bei ihren wohltätigen Projekten vor - zu Unrecht, wie sie beteuert.

          Vor einigen Jahren gründete die 33 Jahre alte Frau, die aus einem kongolesischen Adelsgeschlecht stammt, das Deutsch-Afrikanische Jugendwerk. Damit fördert sie Frankfurter Schüler und wird auch von der Stadt finanziell unterstützt. Außerdem engagiert sie sich nach eigener Darstellung in ihrer Heimat Kongo. Dort unterstütze sie ein Krankenhaus in der Stadt Kamituga, behauptete sie stets.

          „Die Hilfsgüter sollen demnächst geliefert werden“

          Der Bericht des ZDF-Magazins „Frontal 21“ warf ihr nun vor, dort seien bisher keine Hilfen angekommen. Das bestätigt die Kölner Hilfsorganisation Cap Anamur, die das Krankenhaus ebenfalls unterstützt. Krempin dagegen sagt, sie sammele seit dem vergangenen Jahr Hilfsgüter, und versucht das mit Unterlagen zu belegen. Daraus geht unter anderem hervor, dass schon lange vor dem Bericht ein Termin mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit zur routinemäßigen Prüfung einer Lieferung an die Klinik vereinbart worden war. Die Hilfsgüter sollten demnächst geliefert werden, sagt sie. Darüber habe sie schon vor langer Zeit mit kongolesischen Politikern und Cap-Anamur-Vertretern gesprochen.

          „Die Hilfsgüter sollen demnächst geliefert werden”: Prinzessin Odette Maniema Krempin, Honorarkonsulin der Demokratischen Republik Kongo und Modemacherin

          Außerdem wirft ihr das Magazin vor, sie nenne sich zu Unrecht Unesco-Botschafterin, die Pariser Zentrale kenne sie nicht. Die Information sei eben erst kürzlich dorthin vorgedrungen, behauptet die Prinzessin. Im November sei sie vom zuständigen Gremium ihres Heimatlandes ernannt worden. Auch dazu legt sie Dokumente vor.

          Die Sache mit den Logos

          Weiter soll sie bei einer Spendengala für die Frankfurter Projekte in der Villa Kennedy Ende November den Fußballklub Schalke 04 und die Automarke Audi als offizielle Unterstützer dargestellt haben. Vertreter des Vereins und des Unternehmens distanzieren sich davon. Es sei „ungeschickt“ gewesen, die beiden Logos zu zeigen, heißt es dazu im Büro der Prinzessin. Allerdings hätten die Betroffenen die Veranstaltung durchaus unterstützt, was aus einer E-Mail-Korrespondenz auch hervorgehe.

          Vieles sei aus Unerfahrenheit einfach „unprofessionell kommuniziert“ worden, heißt es im Büro der Prinzessin. Ihren persönlichen Berater hat die Hoheit deshalb inzwischen entlassen.

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