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Präventions-Zentrum : Mit Datenanalyse Suizide verhindern

Während der Pandemie ist die psychische Belastung bei vielen enorm gestiegen. Bild: dpa

Die Corona-Krise stellt für viele Menschen eine schwere psychische Belastung dar, aber nicht jeder findet Gehör. Deswegen setzt sich Andreas Reif für die Gründung eines Suizidpräventions-Zentrums in Frankfurt ein.

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          Sie hat schlichtweg die falschen Tabletten genommen. Das hat man ihr später in der Klinik erklärt. Wie Smarties hat sie die Dinger in sich hineingestopft. Sie wollte sich aus ihrem Leben ausklinken, weil ihr in den vergangenen Wochen alles zu viel geworden war. Sie wollte einfach nicht mehr da sein, verschwinden, weggleiten. Die Ärzte in dem Krankenhaus, in das sie gebracht wurde, sind freundlich, bieten ihr an, ein Gespräch mit einem Psychologen zu führen. Sie lehnt ab. Nachhaken wird niemand mehr. Schließlich ist ihr Suizidversuch mit den vergleichsweise harmlosen Tabletten ja gerade noch einmal gut gegangen.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Patientengeschichten wie diese kennt Andreas Reif, Leiter der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an der Uniklinik Frankfurt, viele. Berichte von Menschen, die für sich den festen Entschluss gefasst hatten, ihr Leben zu beenden, deren Versuch aber scheiterte. Manchmal lenke die gewählte Methode, die nicht zum Ziel führe, von der Entschlossenheit ab, mit der die Patienten ihrem Leben ein Ende setzen wollten, sagt er. Denn nur weil der Versuch scheitere, heiße das nicht, dass der Plan nicht existiere.

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