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Mutmaßliche Polizeigewalt : Staatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

  • -Aktualisiert am

Neuer Vorwurf: Screenshot aus dem zweiten Video, das auf übertriebene Polizeigewalt hinweisen könnte. Bild: Screenshot Instagram beheardffm

Die Übergriffe von Frankfurter Polizisten gegen einen Festgenommenen werden Gegenstand von Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft überprüft die Videos auf strafrechtliche Inhalte. Noch ist unklar, ob die Polizei eigenes Videomaterial besitzt.

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          Im Fall des umstrittenen Polizeieinsatzes im Frankfurter Stadtteil Alt-Sachsenhausen, bei dem mindestens ein Polizist unter Verdacht steht, einen am Boden liegenden fixierten Mann durch Tritte traktiert zu haben, hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Die Sprecherin der Behörde, Nadja Niesen, teilte am Mittwoch mit, die Auswertung zweier Videos, die inzwischen von dem Einsatz vorlägen, würden derzeit auf strafrechtliche Inhalte hin überprüft. Es sei nicht auszuschließen, dass sich noch weitere Beamte der Körperverletzung im Amt schuldig gemacht haben könnten. Das müsse nun durch die Auswertung und die Vernehmungen zahlreicher Zeugen ermittelt werden.

          Zuvor hatte das Polizeipräsidium interne Ermittlungen gegen den Beamten, der in einem der Videos zu sehen ist, in die Wege geleitet. Der Beamte, der einem Frankfurter Revier angehört, wurde inzwischen versetzt. Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill bezeichnete die Vorwürfe am Dienstagabend als „unsäglich und inakzeptabel“. Er werde alles dafür tun, damit die Vorwürfe aufgeklärt würden.

          Unklar ist bislang noch immer, ob die Polizei über eigenes Videomaterial des Einsatzes verfügt. Nach Angaben Bereswills wird auch das momentan geprüft. Es gebe von den am Einsatz beteiligten Beamten noch keine Angaben dazu.

          Sollte es eigenes Videomaterial geben, das etwa mit einer Bodycam aufgezeichnet wurde, wie es bei nächtlichen Einsätzen in dem Kneipenviertel Alt-Sachsenhausen üblich sei, so seien die Bilder in jedem Fall auf zwei Servern gesichert. Diese würden derzeit ebenfalls nach Bildmaterial aus der Nacht zum Sonntag durchsucht.

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