https://www.faz.net/-gzg-a4uku

Wachhaus vor Jüdischer Gemeinde : Mehr als nur ein Container

„Das ist nicht nur ein normaler Container“: Wachhäuschen vor der Jüdischen Gemeinde Frankfurt nebst Polizisten Bild: Lucas Bäuml

„Das ist nicht nur ein normaler Container“: Die Jüdische Gemeinde Frankfurt übergibt der Polizei das am besten ausgerüstete Wachhaus der Stadt.

          1 Min.

          Der graue Kasten, der vor dem Gemeindezentrum an der Westendstraße in Frankfurt steht, ist ein großes Geschenk. Fast 100.000 Euro hat die Jüdische Gemeinde für das Wachhäuschen ausgegeben, in dem Polizeibeamte vor Wind und Wetter geschützt sind, aber auch Zugang zu Sicherheitssystemen im Haus haben. „Das ist nicht nur ein normaler Container“, sagt Leo Latasch, der im Gemeindevorstand und für die Sicherheit zuständig ist, als er das Häuschen am Dienstag der Polizei übergab. Ausgestattet mit Klimaanlage, Bildschirmen und Funkschnittstellen ist es ein wichtiges Arbeitsmittel für die Wachpolizisten, die das Gemeindezentrum 24 Stunden am Tag beschützen.

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Container erfüllt viele Funktionen: „Er bietet Deckung, falls es mal zu einem Schusswechsel kommt, und die Beamten können sich besser auf ihre Aufgaben konzentrieren, wenn sie nicht von Hitze, Sturm oder Regen abgelenkt werden“, sagt Michael Berge, der Dienststellenleiter. So sieht es auch Polizeipräsident Gerhard Bereswill, der bei der Übergabe des Wachhauses dabei war. „Das ist besser für die Sicherheit: Sonst müssten die Beamten notfalls Gebrauch von der Waffe mit kalten klammen Fingern machen.“

          Staat stellt Polizisteb ab

          In der Stadt gibt es mehr als 50 jüdische Einrichtungen, die von der Wachpolizei beschützt werden. Das ist nötig, denn Angriffe wie der auf die Synagoge in Halle vor einem Jahr geschehen immer wieder. Der Staat stellt die Beamten für die Schutz ab – doch die Infrastruktur müssen die jüdischen Einrichtungen bereitstellen. Andernfalls stehen die Polizisten auf der Straße oder sitzen im Auto. Die Jüdische Gemeinde ist froh um den Schutz und die gute Zusammenarbeit mit der Polizei und wollte die bestmöglichen Bedingungen schaffen, wie Latasch sagt.

          Mit dem teuren Wachcontainer ist das aus Sicht der Polizei gelungen. Dienststellenleiter Berge sagt: „Das Wachhaus ist besonders, das haben wir nirgendwo sonst in Frankfurt.“ Bevor der Neubau der Jüdischen Grundschule fertiggestellt und die Sanierung des Gemeindezentrums beendet waren, saßen die Polizisten auch an der Westendstraße im Auto. 2018 wurde der Container eingerichtet, er stand zunächst auf einem Parkplatz. Erst im Frühjahr ist alles fertig geworden – das Wachhaus steht nun fest verbaut im Zaun der Einrichtung, wie eine Manifestation der engen Zusammenarbeit.

          Weitere Themen

          Kampf mit Messern, Fäusten und Stöcken

          Landgericht Hanau : Kampf mit Messern, Fäusten und Stöcken

          Eine Messerstecherei im April in Hanau endete für etliche der Beteiligten mit lebensgefährlichen Verletzungen. Am Freitag machte eine Litauerin als erste Zeugin in der Verhandlung vor dem Landgericht Hanau ihre Aussage.

          Topmeldungen

          Wollen keine Spaltung: Biden und Harris am 1. Dezember in Wilmington

          Joe Biden gegen Spaltung : Die Botschaft lautet Zuversicht

          Biden glaubt, dass Kompromisse zwischen Demokraten und Republikanern möglich sind – trotz aller Polarisierung. Ein Einlenken beim Abzug der Soldaten aus Deutschland scheint ein erstes Zeichen dafür zu sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.