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Frankfurter Bahnhofsviertel : Polizei reagiert auf Kritik

Aufregerthema Bahnhofsviertel: Die Polizei gelobt Besserung. Bild: Maximilian von Lachner

Anwohner und Gewerbetreibende aus dem Bahnhofsviertel haben sich zuletzt über unhaltbare Zustände beschwert: Die Polizei hat reagiert und legt nun Zahlen zu intensivierten Kontrollen vor.

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          Als Reaktion auf den offenen Drogenhandel und die Zunahme illegaler Prostitution im Bahnhofsviertel hat die Polizei ihre Kontrollen auf diesen Gebieten verschärft. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, sind seit Anfang Juli rund 2800 Personen kontrolliert worden, 39 von ihnen wurden festgenommen, 516 weitere erhielten einen Platzverweis; bei 19 Personen wurde ein Haftbefehl vollstreckt.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein Schwerpunkt lag auf der illegalen Prostitution, die mit dem Corona-Lockdown und der Schließung der Bordelle zugenommen hat. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden fast täglich bis zu 30 Frauen angetroffen, die dem Gewerbe auf offener Straße nachgegangen seien; das heißt außerhalb der für sexuelle Dienstleistungen erlaubten Räumlichkeiten. Wie berichtet wurden auch Hotels und andere Unterkünfte genutzt. Um gegen illegale Prostitution vorzugehen, hat die Polizei ihren Angaben zufolge insgesamt 62 Frauen und Männer kontrolliert, sie belehrt und entsprechende Platzverweise ausgesprochen. Parallel wurden 15Ordnungswidrigkeitsverfahren und vier Strafverfahren eingeleitet.

          Bei der Bekämpfung des Drogenhandels wurden 330 Strafanzeigen gefertigt. Dabei sei jedoch nicht nur der Handel mit Rauschgift berücksichtigt worden, sondern es sei auch ein großer Anteil ausländerrechtlicher Verstöße aufgefallen.

          Situation verschlechtert

          Bei etwa 80 Taten stellten die Beamten der Regionalen Einsatz- und Ermittlungseinheit, die sich seit zwei Jahren schwerpunktmäßig um die Kriminalität im Bahnhofsviertel kümmert, rund ein Kilogramm Marihuana sowie 80 Gramm Heroin und kleinere Mengen Kokain und Crack sicher.

          In einem Fall vom 1. Juli dieses Jahres gelang den Beamten ein größerer Erfolg, wie es in der am Freitag vorgelegten Bilanz hieß. Bei einer verdächtigen Person stellten sie insgesamt 61„Verkaufseinheiten“ Marihuana sicher. Bei der anschließenden Durchsuchung ihrer Wohnung fanden sie weitere 1,7 Kilogramm Amphetamin und rund tausend Ecstasy-Tabletten. In einem anderen Fall beobachteten Beamte einen Drogenhandel, bei dem etwa ein halbes Kilogramm Marihuana übergeben wurde. Die Täter konnten im Anschluss festgenommen werden.

          Die Präsenz der Polizei im Bahnhofsgebiet einschließlich angrenzender Bereiche sei „durch viele weitere Maßnahmen und ein neues Einsatzkonzept verstärkt worden, um die Sicherheit der Bürger beständig hochzuhalten“, sagte die Polizeisprecherin weiter.

          Wie berichtet haben sich die Zustände im Bahnhofsviertel seit Monaten verschlechtert. So hat der offene Drogenhandel und Rauschgiftkonsum massiv zugenommen. Die Polizei hatte vor etwa zwei Wochen angekündigt, ihr Einsatzkonzept den neuen Entwicklungen anzupassen. Der Drogenhandel wird seit drei Jahren schon stärker verfolgt. Trotz regelmäßiger Kontrollen hat sich die Situation im Viertel jedoch nicht verbessert.

          Erst am Donnerstag hatten mehrere Bordell-Betreiber, deren Häuser per Corona-Verordnung geschlossen wurden, Polizei und Stadt vorgeworfen, nichts gegen illegale Prostitution auf den Straßen, in Wohnungen und Hotels zu unternehmen.

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