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Frankfurt : Polizei geht mit Festnahmen gegen Corona-Verstöße vor

Ein Demonstrant in Frankfurt weigert sich, eine Maske korrekt zu tragen und wird zur Identitätsfeststellung von der Polizei abgeführt. Bild: Maximilian von Lachner

Vergangene Woche noch hatten hunderte Menschen in Frankfurt ohne Abstand und Maske gegen die Corona-Politik demonstriert. Diesmal griff die Polizei hart gegen Verstöße durch.

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          Bei einer Kundgebung ist die Polizei am Samstagnachmittag strikt gegen Verstöße gegen die Corona-Auflagen vorgegangen. Mehrere Personen wurden unter lautstarkem Protest vorübergehend festgenommen, um die Personalien festzustellen. Zuvor hatten die Beamten die rund 200 Demonstranten an der Weseler Werft mehrfach aufgefordert, einen Mund-Nasen-Schutz anzulegen. Die meisten Teilnehmer kamen der Aufforderung nach. Auch der Organisator der Kundgebung, Hajo Köhn, hatte zuvor schon darauf hingewiesen.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Einige Demonstranten weigerten sich jedoch, dem Appell nachzukommen, der diesmal durch eine Auflagenverfügung angeordnet war. Einige behaupteten, sie hätten ein „Attest“, das ihnen bescheinige, sie müssten einen Mund-Nasen-Schutz nicht tragen. Die Polizei wies auf die Verordnung hin, die von der Stadt Frankfurt eigens für diese Kundgebung erlassen wurde, nachdem es in der vergangenen Woche zu zahlreichen Verstößen gekommen war. Die Verordnung sah vor, dass die Kundgebung nur mit dem nötigen Sicherheitsabstand und mit Mund-Nasen-Schutz stattfinden dürfe. Mehrere Demonstranten wehrten sich dagegen. Die Polizei führte diese Teilnehmer ab.

          Etwa hundert Meter entfernt und durch Absperrgitter getrennt, versuchte währenddessen ein Bündnis aus linken Initiativen, die Kundgebung von Hajo Köhn zu stören, in der es abermals um die Frage ging, ob das Coronavirus tatsächlich so gefährlich sei, dass Eingriffe in Grundrechte gerechtfertigt seien. Die Antwort der Kritiker der Corona-Politik lautete: nein.

          Auseinandersetzung am Opernplatz

          Die Gegendemonstranten auf der anderen Seite der Weseler Werft hingegen kritisierten einerseits die europäische Austeritäts- und Sparpolitik, die Gesundheitssysteme kaputtgespart habe, distanzierten sich aber gleichzeitig deutlich von der Kundgebung jenseits des Sperrzauns. Anders als in der vergangenen Woche hatte die Polizei diesmal einen breiten Korridor zwischen den beiden Kundgebungen gezogen, der mit Zäunen gesichert war. „Schon 2015 bei Blockupy haben wir Hajo Köhn weggeschickt. Bereits damals hat er rechte Kapitalismuskritik geübt, mit der wir nichts zu tun haben wollen“, hieß es bei den linken Gegendemonstranten. Zwischen den Redebeiträgen versuchten sie, mit lauter Musik, Pfiffen und Parolen wie „Ganz Frankfurt bleibt solidarisch“ die Kundbung der Corona-Kritiker zu übertönen. Ihr Protest kam allerdings nur leise und verschwommen auf dem benachbarten Areal an.

          Weseler Werft in Frankfurt: Laut Polizei haben sich rund 200 Teilnehmer versammelt, um gegen die Coronaverordnungen zu demonstrieren. Bilderstrecke
          Frankfurt : Demonstration gegen Coronaverordnungen

          Noch während der Kundgebungen an der Weseler Werft kam es auch am Opernplatz zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen Kritikern der Corona-Politik und Gegendemonstranten. Die Polizei hielt die Lager auseinander, bis sich die Demonstration der Kritiker schließlich selbst auflöste. Zuvor hatte auch die Seebrücke demonstriert. Als Teil eines weltweiten Aktionstages machte die Initiative am Mainkai auf die kritische Situation in den Lagern an den EU-Außengrenzen, aber auch in Sammelunterkünften in Deutschland aufmerksam. Wie die Infektion mit Covid-19 von rund 70 Flüchtlingen in einer Unterkunft in Bockenheim zeige, sei die Unterbringung in Massenunterkünften „nicht menschengerecht und gesundheitsgefährdend“, da Hygiene- und Abstandsregeln dort nicht eingehalten werden könnten.

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