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Deutlich weniger Einbrüche : Polizei Frankfurt verzeichnet Höchststand aufgeklärter Taten

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Anstieg: Polizeichef Bereswill freut sich über einen Anstieg der Zahl der aufgeklärten Fälle Bild: Marcus Kaufhold

So wenig Einbrüche wie noch nie seit Einführung der Polizeistatistik und die höchste Aufklärungsquote seit 1971. Das ist die gute Nachricht der Frankfurter Kriminalstatistik. Zugleich wird der Kampf gegen Kriminalität im Internet immer wichtiger.

          Die Frankfurter Polizei hat im vergangenen Jahr deutlich mehr angezeigte Straftaten registriert als im Vorjahr. Ihre Zahl stieg um 7,5 Prozent auf 117 719 Straftaten, wie Polizeipräsident Gerhard Bereswill am Dienstag bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik für die Mainmetropole sagte. Gleichzeitig habe die Aufklärungsquote einen neuen Höchststand von 69,1 Prozent erreicht.

          Allerdings wurde der Anstieg der Straftaten insgesamt durch ein Großverfahren zu Warenbetrug beeinflusst. Ohne dieses Verfahren gegen drei Beschuldigte, die mit ihrem Fake-Shop bundesweit rund 30.000 Kunden prellten, wäre die registrierte Kriminalität im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent zurück gegangen. „Die wachsende Bedeutung des Onlinehandels und die Anonymität des Internets fördern diese Tatbegehungsweisen“, sagte Bereswill zum Tatort Internet.

          Verstärkte Kontrollen im Bahnhofsviertel

          Die Zahl der Wohnungseinbrüche hingegen ging stark zurück und sank um 327 auf 1236 Fälle. Dabei blieb es in 43,8 Prozent der Fälle beim Einbruchsversuch. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen, hieß es. Auch bei der Straßenkriminalität wurde mit 16 472 Fällen der niedrigste Stand seit 1989 verzeichnet.

          Gerade im Frankfurter Bahnhofsviertel zahlten sich die verstärkten Kontrollen aus, sagte Michael Hallstein, Leiter der Abteilung Einsatz. Im vergangenen Jahr wurden allein im Bahnhofsviertel 552 Fälle von Drogenhandel registriert. Damit habe sich die Zahl der so aufgedeckten Straftaten seit 2014 mehr als vervierfacht. Insgesamt sei die Zahl der registrierten Kriminalitätsfälle im Bahnhofsviertel um 6,8 Prozent auf 9088 gesunken.

          Vier von fünf Fällen geklärt

          Insgesamt waren im Bahnhofsviertel im vergangenen Jahr im Rahmen der Polizeikontrollen mehr als 53 000 Menschen überprüft worden. Im Anschluss daran gab es insgesamt 980 Festnahmen und mehr als 9700 Platzverweise. Meist in Straßenverkaufsportionen wurden unter anderem gut 17 Kilogramm Marihuana, knapp 1400 Gramm Haschisch, etwa 1,3 Kilogramm Crack und mehr als 29 Kilogramm Heroin sichergestellt.

          Zu den herausragenden Fällen gehörten die Ermittlungen gegen ein deutschlandweit aktives Netzwerk von Opium-Händlern. Dabei wurden mehr als 150 Kilogramm Opium sichergestellt. Die Aufklärungsquote bei der Frankfurter Rauschgiftkriminalität stieg den Angaben zufolge von 77,1 auf 82,2 Prozent.

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