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Politiker im Boxring : Verbaler Schlagabtausch bei der Kolping-Jugend

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Im Ring: Gregor Amnan (SPD), Hans-Joachim Otto (FDP), Tarek Al-Wazir (Grüne) und Peter Beuth (CDU) Bild:

In den letzten Runden des Wahlkampfes hat sich die Kolping-Jugendakademie in Frankfurt auf neuen Wegen versucht. Vier Politiker lieferten sich in einem originalen Boxring einen verbalen Schlagabtausch. Eine neue Erfahrung für die beiden Bundestagsabgeordneten Gregor Amann (SPD) und Hans-Joachim Otto (FDP) sowie Tarek Al-Wazir (Grüne) und den hessischen CDU-Generalsekretär Peter Beuth.

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          In den letzten Runden des Wahlkampfes hat die Kolping-Jugendakademie in Frankfurt sich auf neuen Wegen versucht, um das Interesse von jungen Menschen für Politik zu wecken. Im großen Saal des Kolpinghauses Frankfurt fand ein Boxkampf der etwas anderen Art statt. Vier Politiker hatten die Möglichkeit, Jung- und Erstwähler von ihrem Wahl- und Regierungsprogrammen zu überzeugen.

          Die beiden Direktkandidaten des Wahlkreises Frankfurt I Gregor Amann (SPD) und Hans-Joachim Otto (FDP) sowie der Vorsitzende der Hessischen Grünen Tarek Al-Wazir und der Generalsekretär der CDU Hessen Peter Beuth lieferten sich in einem originalen Boxring einen verbalen Schlagabtausch. Vor der Politrunde wurde das Publikum entsprechend eingestimmt durch eine Show-Boxeinlage der „Tempel Fightschool“ aus Darmstadt. Fairness, Sportlichkeit und Disziplin will die Boxschule vermitteln und diese Tugenden mussten auch die vier Wahlkämpfer beweisen. Über insgesamt zehn Runden wurde mit Argumenten „geboxt“. Bei den Debatten über Themen wie den Afghanistan-Einsatz, die Energiepolitik, Bildung und Arbeitsmarkt kam es immer wieder echten Duellen. „Für uns war das ein Versuch, jungen Menschen Politik einmal auf eine andere Art näher zu bringen und Streitkultur zu vermitteln, gleichwohl sich aber seriös mit Inhalten und Programmen auseinanderzusetzen“, sagte Arnold Tomaschek, der Geschäftsführer des Kolpinghauses Frankfurt.

          Verbale Schlagkraft und treffende Argumente

          Thomaschek und Heiko Litz vom Kolping-Bildungswerk waren zufrieden, ihrem Ziel nähergekommen zu sein, mit dem Arrangement der Veranstaltung, die „Hemmschwelle“ gegenüber den Abgeordneten zu senken. Denn immerhin 180 Jugendliche nutzen die Gelegenheit, den Politikern Fragen zu stellen. Philipp Eichholz von der Kolping-Jugend hatte schon zuvor angekündigt, gerade bei den Themen Ausbildung und drohende Arbeitslosigkeit für junge Menschen „die Samthandschuhe im Schrank zu lassen“.

          Das Kolpingwerk spricht sich für einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn aus, dessen Höhe sich nach dem jährlich zu ermittelnden soziokulturellen Existenzminimum richten und nicht unter 7,50 € pro Stunde liegen soll. Auch die Forderung der Kolpingjugend ehrenamtliches Engagement seitens der Arbeitgeber besser anzuerkennen, stand zur Debatte.

          Als Punktrichter wachten Jugendliche aus den Kolping-Einrichtungen über die verbale Schlagkraft und die Präsentations-Strategien der Kontrahenten und werteten diese am Ende zu einem Gesamtergebnis. In einem waren sich die Politiker einig: Man solle von seinem Wahlrecht unbedingt Gebrauch machen. Denn Ziel der Veranstaltung war es, dass sich Jung- und Erstwähler, Politikverdrossene und Politikinteressierte mit Politik, die sie betrifft, auseinandersetzen und „die demokratieschädliche Wahlmüdigkeit“ zu bekämpfen.

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