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Hochhauspreis für Stockholm : „Plattenbau für Reiche“

Schwedischer Sieger: Norra Tornen in Stockholm gewinnt den Hochhauspreis. Bild: Anders Bobert

Das holländische Architekturbüro O.M.A. wird für den Wohnkomplex „Norra Tornen“ in Stockholm mit dem Internationalen Hochhauspreis ausgezeichnet. Ein deutsches Hochhaus musste sich mit einem Finalplatz trösten.

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          Und der Gewinner ist „Norra Tornen“: Der von der Stadt Frankfurt, dem Deutschen Architekturmuseum und der Deka-Bank ausgelobte und mit 50.000 Euro dotierte Internationale Hochhauspreis 2020 geht an zwei Wohnhochhäuser in Stockholm, deren Namen man mit „nördliche Türme“ übersetzen kann.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die 125 Meter hohen Doppeltürme wurden von dem holländischen Büro Office for Metropolitan Architecture entworfen und markieren wie ein großes Tor den Eingang zu einem neuen Stadtteil. Wegen der Corona-Beschränkungen fand die Preisverleihung am Donnerstag ohne Gäste statt, der Festakt wurde aus der Paulskirche digital übertragen.

          Die Jury würdigte die „zeitlos wegweisende Architektur“ der Hochhäuser, die vom sechsten Obergeschoss an aus Betonfertigteilen zusammengesetzt wurden. Der verantwortliche Architekt Reinier de Graaf bezeichnet sein Projekt auch ironisch als „Plattenbau für Reiche“. Durch den hohen Vorfertigungsgrad konnte der Bau auch in den Wintermonaten fortgesetzt werden. Versetzt angeordnete Betonwürfel mit großen Fenstern prägen die Struktur der Fassade.

          Ausstellung im Architekturmuseum

          Das erinnert entfernt an brutalistische Bauten aus den sechziger Jahren, allerdings orientiert sich die rotbraune Fassade der „Norra Tornen“ an der typischen Stockholmer Farbigkeit der Umgebung. Einige Aufenthaltsräume stehen allen Bewohnern zur Verfügung – dazu gehören ein Kino für bis zu zehn Personen, eine Gästewohnung, ein Versammlungsraum mit Küche, eine Sauna, ein Fitnessstudio und ein Yoga-Zimmer.

          Auf den Plätzen: Der Frankfurter Omniturm musste sich mit einem Finalplatz begnügen.
          Auf den Plätzen: Der Frankfurter Omniturm musste sich mit einem Finalplatz begnügen. : Bild: Lucas Bäuml

          Der Preis wird seit 2003 alle zwei Jahre vergeben, Frankfurter Hochhäuser gingen auch bei der neunten Auflage leer aus. Unter den fünf Finalisten war immerhin der Omniturm, ein Wohn- und Büroturm im Bankenviertel. Die 31 nominierten Projekte werden in einer Ausstellung gezeigt, die bis zum 21. Februar im Architekturmuseum, Schaumainkai 43, zu sehen ist.

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