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Personal Trainer : Der Einzelkämpfer

  • -Aktualisiert am

Nicht nur für Prominente interessant: Personal Trainer Sebastian Hänsch mit einer Kundin. Bild: Wonge Bergmann

Sebastian Hänsch bietet Fitness auf Bestellung. Der Frankfurter „Personal Trainer“ kommt direkt ins Haus und bringt ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm mit.

          Das rechte Knie zum linken Ellenbogen. Und dann das linke zum rechten. „Noch drei, noch zwei, noch eins.“ Sebastian Hänsch ist in Topform, knackige Waden, strammer Bauch, kräftiger Bizeps. Hänsch ist muskulös und schlank, Beweis für die Arbeit, die er jeden Tag leistet: Er ist Personal Trainer. Ein bisschen von seiner Energie will er an diesem Tag seiner Kundin Christine mitgeben.

          Die Einundfünfzigjährige hat Schweißperlen auf der Stirn. Doch sie fühlt sich wohl, hier auf der Gummimatte in ihrem Haus in Bergen-Enkheim. Der Pool ist nur eine Glastür entfernt, der Boden beheizt und im Nebenzimmer stehen Fitnessgeräte. Für Arme, Bauch und Beine. Christine legt viel Wert darauf, fit zu sein. Zweimal in der Woche bestellt die Hausfrau Hänsch und sein Sportprogramm zu sich nach Hause. „Eine gewisse Grundfitness gehört für mich dazu“, sagt Christine, die ihren Nachnamen nicht nennen möchte. „Ich will mir auch nichts wegspritzen oder wegschneiden lassen.“

          „Ich mag keine Fitness-Studios“ als Grund für einen Personal Trainer

          Seit mehr als sechs Jahren arbeitet Hänsch als Personal Trainer in Frankfurt. Der Vierunddreißigjährige hat sich den Wunsch vieler Menschen nach einem perfekten Körper und lebenslanger Fitness zunutzen gemacht und verdient damit seinen Lebensunterhalt. Eine Stunde kostet bei ihm knapp 90 Euro. Rund 35 Kundentermine hat er in der Woche. Der gelernte Physiotherapeut und ausgebildete Trainer arbeitet täglich von sieben Uhr morgens bis halb acht Uhr abends. Mittags hat er ein paar Stunden frei, oder er nutzt die Zeit, um Termine zu koordinieren, Fitnesstests auszuwerten, Trainingspläne zu schreiben oder die Buchhaltung zu erledigen.

          Christine trägt weiße knielange Leggings und dazu ein weißes ärmelloses Oberteil. Sie achtet auf ihr Äußeres: schlanke Figur, gesträhnte Haare, manikürte Nägel. „Ich mag keine Fitness-Studios“, sagt Christine. Dort würde sie sich nie so verausgaben wie in privater Atmosphäre. „Mein Trainer erkennt, wenn ich Fortschritte gemacht habe und wann ich an meine Grenzen komme.“ Hänsch könne sie individuell trainieren, und er vereine zwei Professionen: Physiotherapie und Krafttraining. „Meine Wirbelsäule ist versteift“, sagt Christine. Hänsch schneide die Übungen perfekt auf sie zu.

          „Menschen erkennen zunehmend, wie wichtig es ist, in ihre Gesundheit zu investieren“

          Das Geschäft mit der Fitness boomt. Nach Angaben des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen setzten Fitnessstudios im Jahr 2009 mit mehr als sieben Millionen Mitgliedern rund dreieinhalb Milliarden Euro um. Vor allem bei Fitnessketten und Franchiseunternehmen steigt die Anzahl der Mitglieder. Deutschlandweit gibt es rund 6000 Fitnessstudios mit einer Grundfläche von mehr als 200 Quadratmetern. Den Grund für den Boom sieht Verbandssprecher Frank Koopmann im demographischen Wandel. „Die Menschen wollen gesund alt werden, damit sie mehr von ihrer Rente haben.“ Das Durchschnittsalter in den Fitnessstudios steige, zurzeit liege es bei 39 Jahren. „Menschen erkennen zunehmend, wie wichtig es ist, in ihre Gesundheit zu investieren.“

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