https://www.faz.net/-gzg-7zder

Frankfurt : Pegida besteht auf Stadtmarsch

  • -Aktualisiert am

Pegida-Bewegerin: Heidi Mund möchte für Pegida in Frankfurt einen Marsch durch die Innenstadt organisieren. Bild: Helmut Fricke

Trotz Gegenprotesten soll es weiter gehen: Die Initiatorin der Frankfurter Pegida-Kundgebungen, Heidi Mund, will einen Demonstrationszug durch die Innenstadt durchsetzen.

          Die Linkspartei hat Gewalttaten im Zusammenhang mit der Pegida-Demonstration missbilligt. Es gelte weiterhin, dass man Blockaden für angemessen halte, um Aufmärsche von Rechtsgesinnten zu verhindern, sagte der Linken-Stadtverordnete Martin Kliehm, der am Montag an dem Gegenprotest teilgenommen hatte. Aus diesem Grund habe man auch die von CDU, Grünen, SPD und FDP verfasste Resolution bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung nicht vollständig mitgetragen.

          Stefan Toepfer

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Würfe von Flaschen, Steinen, Böllern oder sonstigen Gegenständen, die dazu dienen, Menschen zu verletzen, sind aber nicht legitim.“ Es gebe andere Mittel, um seinen Protest zu zeigen, „etwa dadurch, dass man durch eine große Zahl an Gegendemonstranten die Pegida-Veranstaltung lächerlich macht“.

          Die Organisatorin der Pegida-Kundgebung, Heidi Mund, kündigte unterdessen an, in der nächsten Woche ihren schon zweimal wegen massiven Gegenprotests abgesagten Demonstrationsmarsch durch die Innenstadt durchzusetzen. Sie werde darauf bestehen, dass ihr der Aufzug, den sie angemeldet habe, auch ermöglicht werde. Sie sei nicht bereit, „vor einem Mob zu kapitulieren“.

          Polizei kritisiert Gewalttaten

          Sollte der Gegenprotest in dieser Stärke anhalten, wird die Polizei überlegen müssen, wie die Demonstration ermöglicht werden kann. Ein Sprecher sagte am Dienstag, das müsse „von Veranstaltung zu Veranstaltung je nach Situation entschieden werden“. Polizeipräsident Gerhard Bereswill kritisierte Dienstag abermals, dass es zu Gewalttaten von Seiten einzelner Gegendemonstranten gekommen war, so dass Personen verletzt worden seien; obwohl diesmal insgesamt weniger Straftaten festgestellt wurden. Die Kommunikation mit den Gegendemonstranten sei schwierig gewesen, so Bereswill.

          Harald Fiedler, Sprecher des Römerbergbündnisses, stellte am Dienstag klar, dass eine Teilnahme am Gegenprotest an der Hauptwache für das Bündnis „kein Thema“ sei. Darüber werde derzeit nicht gesprochen. Der Zusammenschluss aus Kirchen, der Jüdischen Gemeinde, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und dem Jugendring hatte die große Kundgebung gegen Rassismus und Gewalt am 26. Januar auf dem Römerberg federführend organisiert.

          Weitere Themen

          Die Zukunft ist weiblich

          Performance „Damengedeck“ : Die Zukunft ist weiblich

          Die Performance „Damengedeck“ betreibt heitere Verständigung zwischen Wohnstift und Mousonturm. Die Schauspielerinnen erschaffen im kämpferisch-feministischen Kontext die Utopie einer weiblichen Regierung.

          So fühlt es sich an, ein Kind zu verlieren Video-Seite öffnen

          Kampf gegen die Trauer : So fühlt es sich an, ein Kind zu verlieren

          Der Tod des eigenen Kindes ist der schlimmste Schicksalsschlag, den Eltern erleiden können. Als ein Ehepaar ihren Sohn verliert, stellen sich Vater und Mutter jeder auf seine Weise dem Kampf gegen die erdrückende Trauer. Im Interview erinnern sie sich.

          Topmeldungen

          Viktor Orbán und die EU : Eine weitere Zerreißprobe

          Orbán provoziert Brüssel mit einer neuen Plakatkampagne. Doch diesmal geht er so weit, dass sich EVP darüber entzweien könnte.
          Die „Gorch Fock“ läuft aus ihrem Heimathafen in Kiel aus.

          Insolvenz : Krimi um „Gorch Fock“ und ihre Werft

          Die Sanierung des maroden Segelschiffs „Gorch Fock“ gerät immer weiter zum Krimi. Jetzt meldet die zuständige Werft Insolvenz an – und es ist von rätselhaften Geldflüssen in Millionen-Höhe die Rede.

          Sinkende Exportzahlen : So wichtig ist die Autoindustrie für Deutschland

          Erstmals seit 2009 sinkt der Wert der deutschen Autoexporte. Der drohende Handelskonflikt mit Amerika, der Brexit und neue Abgasvorschriften setzen der Branche zu. Deutschlands wichtigste Branche geht unsicheren Zeiten entgegen.

          Sebastian Rudy : Das Schalker Symbol des Scheiterns

          Der deutsche Nationalspieler erweist sich als Fehlinvestition von Schalke 04. Sogar der lange Zeit sehr nachsichtige Manager verliert nun die Geduld mit Sebastian Rudy. Und der wirkt eher uneinsichtig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.