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Frankfurt : Pegida besteht auf Stadtmarsch

Pegida-Bewegerin: Heidi Mund möchte für Pegida in Frankfurt einen Marsch durch die Innenstadt organisieren. Bild: Helmut Fricke

Trotz Gegenprotesten soll es weiter gehen: Die Initiatorin der Frankfurter Pegida-Kundgebungen, Heidi Mund, will einen Demonstrationszug durch die Innenstadt durchsetzen.

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          Die Linkspartei hat Gewalttaten im Zusammenhang mit der Pegida-Demonstration missbilligt. Es gelte weiterhin, dass man Blockaden für angemessen halte, um Aufmärsche von Rechtsgesinnten zu verhindern, sagte der Linken-Stadtverordnete Martin Kliehm, der am Montag an dem Gegenprotest teilgenommen hatte. Aus diesem Grund habe man auch die von CDU, Grünen, SPD und FDP verfasste Resolution bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung nicht vollständig mitgetragen.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Würfe von Flaschen, Steinen, Böllern oder sonstigen Gegenständen, die dazu dienen, Menschen zu verletzen, sind aber nicht legitim.“ Es gebe andere Mittel, um seinen Protest zu zeigen, „etwa dadurch, dass man durch eine große Zahl an Gegendemonstranten die Pegida-Veranstaltung lächerlich macht“.

          Die Organisatorin der Pegida-Kundgebung, Heidi Mund, kündigte unterdessen an, in der nächsten Woche ihren schon zweimal wegen massiven Gegenprotests abgesagten Demonstrationsmarsch durch die Innenstadt durchzusetzen. Sie werde darauf bestehen, dass ihr der Aufzug, den sie angemeldet habe, auch ermöglicht werde. Sie sei nicht bereit, „vor einem Mob zu kapitulieren“.

          Polizei kritisiert Gewalttaten

          Sollte der Gegenprotest in dieser Stärke anhalten, wird die Polizei überlegen müssen, wie die Demonstration ermöglicht werden kann. Ein Sprecher sagte am Dienstag, das müsse „von Veranstaltung zu Veranstaltung je nach Situation entschieden werden“. Polizeipräsident Gerhard Bereswill kritisierte Dienstag abermals, dass es zu Gewalttaten von Seiten einzelner Gegendemonstranten gekommen war, so dass Personen verletzt worden seien; obwohl diesmal insgesamt weniger Straftaten festgestellt wurden. Die Kommunikation mit den Gegendemonstranten sei schwierig gewesen, so Bereswill.

          Harald Fiedler, Sprecher des Römerbergbündnisses, stellte am Dienstag klar, dass eine Teilnahme am Gegenprotest an der Hauptwache für das Bündnis „kein Thema“ sei. Darüber werde derzeit nicht gesprochen. Der Zusammenschluss aus Kirchen, der Jüdischen Gemeinde, dem Deutschen Gewerkschaftsbund und dem Jugendring hatte die große Kundgebung gegen Rassismus und Gewalt am 26. Januar auf dem Römerberg federführend organisiert.

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