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Palais Quartier : Ein Richtspruch für vier Gebäude

Spektakulär wirkt die Glasfassade des Einkaufszentrums schon jetzt Bild: F.A.Z. - Cornelia Sick

Das Palais Quartier hat ein Geheimnis. Bald wird es unter neuem Namen firmieren. Verraten wurde dieser auf dem Richtfest des Hochhauses aber noch nicht. Fest steht nur, dass das dortige Einkaufszentrum am 26. Februar 2009 eröffnet werden soll.

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          Von hoch oben betrachtet, zeigt das Glasdach des neuen Einkaufszentrums seine ganze Dynamik: Wie einem starken Sog folgend, verschwindet es in einem riesigen Trichter. An ein reißendes Flussbett erinnert die geschwungene Architektur des italienischen Stararchitekten Massimiliano Fuksas. Namen wie „Fluxus“ oder „Zeil Canyon“ wurden schon für das Gebäude angeregt. Inzwischen soll die Liste mit Vorschlägen 60 Titel umfassen. Michael Flesch, Geschäftsführer des Bauherrn Bouwfonds MAB, verkündete, dass ein Name gefunden sei. Aber bis zur Taufe bleibe das Geheimnis gewahrt. Derzeit werde noch der Patentschutz am Namen geprüft.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) sprach auf dem Richtfest von einer „Verwirklichung der Zukunft im Heute“, die das Ensemble architektonisch ihrer Ansicht nach bedeute. Die Architektur der vier Gebäudeteile – neben dem Einkaufszentrum entstehen ein 135 Meter hoher Büro- und ein 96 Meter hoher Hotelturm sowie das rekonstruierte Thurn-und-Taxis-Palais – sei zunächst „nur schwer zu begreifen“ gewesen. Heute empfinde sie aber „Begeisterung für das Ensemble“. Frankfurt sei eine lebendige, sich in der Architektur widerspiegelnde Stadt. „Internationale Architekten senden hier Signale in den Himmel.“ Da man die Geschichte nicht vergessen dürfe, freue sie sich besonders über die Rekonstruktion des Palais. Roth erinnerte auch an die rund zehn Jahre währende Geschichte des Projekts und die schwierige Verkehrserschließung.

          „Projekt von „europäischer Bedeutung“

          Nach Angaben von Flesch liegt das Projekt „ziemlich gut im Zeitplan“. Die Eröffnung des Einkaufszentrums ist für den 26. Februar festgesetzt. Die übrigen Gebäude sollen im Herbst 2009 fertig sein. Flesch bezeichnet das knapp eine Milliarde Euro teure Projekt als von „europäischer Bedeutung“. In Anspielung auf die lange Bauzeit – die Grundsteinlegung war vor drei Jahren – sagte er: „Gut Ding will Weile haben.“ Alles in allem handele es sich um eine „Erfolgsstory“.

          Die letzten Lücken der Glasfassade des Einkaufszentrums sollen im Oktober geschlossen werden. Der Büro- und der Hotelturm, deren Architektur das Büro KSP Engel und Zimmermann erdacht hat, sind derzeit auf der 24. und 16. von insgesamt 34 respektive 25 Etagen angelangt. Besonders der als „Rucksack“ bezeichnete Überhang des Büroturms war nach Angaben des Generalunternehmers BAM bautechnisch aufwendiger zu erstellen als zunächst erwartet.

          Der Büroturm ist zu einem Drittel angeblich an den niederländischen Bankenkonzern ABN Amro vermietet. Das rekonstruierte Thurn-und-Taxis-Palais, das schon weitgehend an Edelboutiquen vermietet ist, steht bereits im Rohbau. Das Einkaufzentrum ist zu etwa 80 Prozent vermietet. Es ist laut Bouwfonds gelungen, etliche Einzelhändler anzuziehen, die bisher nicht mit einer eigenen Filiale auf der Zeil vertreten sind, darunter die Textilmarken Pepe Jeans London, Quicksilver und Hilfinger sowie den Uhrenhersteller Fossil. Die Spitzenmiete beträgt 485 Euro pro Quadratmeter im Monat. Für das 5-Sterne-Hotel sei immer noch kein Betreiber gefunden.

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