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Ostumgehung : Frankfurts höchste Mauer

Wird nicht überdacht: die A 661 zwischen Seckbach und Bornheim in Frankfurt Bild: Wonge Bergmann

Eine Einhausung der Frankfurter Ostumgehung soll es nicht geben. Stattdessen wird an der West-Seite der Autobahn 661 eine Lärmschutzwand errichtet.

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          Mit der Planung einer zwischen sechs und zehn Meter hohen Mauer soll unverzüglich begonnen werden. Dies hat gestern Abend die Stadtverordnetenversammlung mit Zustimmung aller Fraktionen beschlossen. Ferner folgten die Stadtverordneten dem Antrag von CDU und Grünen, der weitere Schutzmaßnahmen wie Flüsterasphalt, eine Geschwindigkeitsbegrenzung mit einer Überwachung, eine Begrünung der Mauer und eine abschirmende Bebauung an den Brücken vorsieht.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Lärmschutzwand, die sich nach Angaben von Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Die Grünen) über die ganze Strecke auf Bornheimer Seite erstrecken soll, wird dem Stadtrat zufolge acht bis zehn Millionen Euro kosten. Das Geld sei in den Haushalt eingestellt. Helmut Heuser, der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, erinnerte daran, dass der frühere hessische Verkehrsminister Alois Rhiel (CDU) versprochen habe, das Land Hessen werde sich an der Maßnahme beteiligen. Er hoffe, dass Rhiels Nachfolger Dieter Posch (FDP) sich daran halte.

          Baubeginn nach Ende der Autobahnverbreiterung

          Nach den Worten von Sikorski kann mit dem Bau der Mauer erst dann begonnen werden, wenn die derzeit vorgenommene Verbreiterung der A 661 beendet sei. Parallel zu den jetzigen Arbeiten werde man eine Änderung der Planfeststellung einleiten, so dass mit dem Lärmschutz sofort nach Ende der Autobahnverbreiterung begonnen werden könne. Wie lange die Bauzeit dauern werde, sei noch nicht klar. Der Dezernent rechnet mit drei Jahren. Es sei im Übrigen die SPD gewesen, die vor vielen Jahren den Fehler begangen habe, so nahe an Wohngebieten eine Autobahn bauen zu lassen. Er rette mit der Lärmschutzmauer jetzt so viel wie möglich.

          Mit ihrer Mehrheit wiesen CDU und Grüne einen Antrag der Linken zurück, die Option einer Einhausung beizubehalten. Heuser wies darauf hin, dass SPD-Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee es für den Bund abgelehnt habe, ein solches knapp 200 Millionen Euro teures Projekt zu finanzieren. Die Stadt Frankfurt aber könne, so sagten Heuser und Sprecher von Grünen und FDP übereinstimmend, ein derart teures Vorhaben nicht allein finanzieren.

          Linke verweisen auf Bundeszuschuss für Wand an A 3

          Udo Mack von der Linken wies darauf hin, dass selbst bei einer Mauer die gesetzlichen Lärmgrenzwerte an bestimmten Stellen überschritten würden. Anderswo wie etwa an der Autobahn 3 bei Hösbach habe der Bund schließlich auch eine Einhausung bezahlt. Eine solche Lösung mit einem Deckel über der A 661, so sagten Michael Paris von der SPD und andere Redner der Opposition, schaffe neuen Grund für Wohnungen, Parks oder Sportplätze. Die Erlöse aus der Verwertung solch neuer Grundstücke müsse man in die Rechnung einbeziehen.

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