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Opernball : Familienfest in bester Gesellschaft

Zur Begrüßung gab´s beim Opernball einen Hauch von brasilianischer Exotik Bild: Lena Grimm

Auch ohne Prominenz aus Hollywood ist der Opernball Frankfurts schillerndstes Ereignis. Wie vor zwei Jahren begeistert Bee-Gees-Stimme Robin Gibb das Publikum, das auch Johnny Logan applaudiert.

          Ich bin ein Star, lasst mich hier rein – die Zeiten, als sich auch internationale Stars darum rissen, eine Einladung zum Frankfurter Opernball zu bekommen, sind offensichtlich vorbei. In Zeiten, in denen die Fans ihre Stars jederzeit auf Facebook besuchen können und nicht mehr darauf angewiesen sind, sie in den bunten Blättern zu verfolgen, macht sich die Prominenz aus Film und Fernsehen rar – oder verlangt üppigste Entlohnung. Ballveranstalter Manfred Pasenau aber will keine Stars für Unsummen einkaufen. Und Stammgäste wie Hessens ehemaligen Ministerpräsidenten Roland Koch stört das keineswegs. Auf die Frage eines Reporters, ob er die Hollywoodstars vermisse, antwortet er: „Keineswegs, ich habe mich immer gefragt, wozu das nötig ist.“

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Er, der in diesem Jahr nicht mehr als „Kabinettstisch“ sitzt, sondern an der Tafel des Personalberaters Heiner Thorborg, nutzt den Ball wie viele andere, um Bekannte zu treffen und sich zu amüsieren. Zu denjenigen, die vorbeischauen, um ihn zu begrüßen, gehören Unternehmer wie Claus Wisser und Großgastronom Gebhard Bucher. Aber auch Petra Roth kommt aus der vordersten Tischreihe zu ihm auf die Empore im großen Saal als Robin Gibb sich gerade mit „You win again“ warm singt. Das hören CDU-Politiker im Wahlkampf gern. Gibbs Auftritt begeistert die Oberbürgermeisterin: „Das ist toll! So lange im Geschäft und immer noch so gut“ – und sie setzt mit Augenzwinkern hinzu: „wie ich“. Dass bei „Staying alive“ eine junge Ballschönheit ganz verwundert feststellt, „ach das ist von dem!“, stört da nicht weiter. Inninenminister Boris Rhein, der beim Ball debütiert, ist begeistert vom Oldie-Star und verspricht auch zum 30. Opernball zu kommen.

          Das Kleid wird drei Mal gewechselt

          Johnny Logan ist fast ebenso lange wie Robin Gibb im Musikgeschäft und unter den Zuschauern muss er viele nicht daran erinnern, dass er als einziger zwei Mal den Grand Prix gewonnen hat – wer weiß, ob Lena das dereinst auch einmal sagen kann. Ministerpräsident Volker Bouffier und seine Frau Ursula jedenfalls schwärmen für ihn und folgen seinen Worten „Hold Me Now“ und „Close Your Eyes“ auf der Tanzfläche. Wie überhaupt die Ballgäste tänzerisch auf ihre Kosten kommen, denn die luftigere Anordnung der Tische, schafft ihnen viel Raum. Und Fehlen internationaler Prominenz wirkt sich auch hier positiv aus. Das lästige Gedrängel der Kameraleute vor den VIP-Tischen hält sich in Grenzen. Für die Bunten Blätter müssen sich die heimischen Serienstars von „Traumschiff“ oder „Mord in bester Gesellschaft“ immer wieder in Pose werfen. Und auch Stammgäste wie Marie-Luise Marjan, Dunja Rajter oder Antje-Katrin Kühnemann, die seit Langem zur Opernball-Familie gehören, präsentieren sich in schillernden Roben.

          Und hier die dazu passende Rückansicht

          Bei Robin Gibbs Zeile „It’s only words, I don’t mean a single word I say!“, mag sich aus der Politikerriege aber wohl lieber keiner an aktuelle Ereignisse erinnern. Wenngleich wohl viele Ballgäste den Bundesverteidigungsminister gerne in der Alten Oper gesehen hätten. Zumal nicht einmal die Schirmherrin des Abends, Bettina Wulff, da ist. Für blaublütigen Glamour ist Maya von Hohenzollern zuständig, die als Moderatorin versucht einen Hauch von Hollywood in die Alte Oper zu holen und drei Mal das Kleid wechselt: „Das machen die beim Oscar doch auch“. Schließlich sei der Opernball doch Weltklasse. Das hat sich wohl auch Indira gedacht. Ihr jedenfalls gefällt der Ball deutlich besser, als das Dschungelcamp. In die Alte Oper würde sie immer wieder kommen.

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