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„Open Books“ bei der Buchmesse : Der Mohikaner ist nicht-binär

„Blaue Frau“: Antje Rávik Strubel bekam dafür den Deutschen Buchpreis. Bild: Albermann, Martin

Fluide Figuren, besichtigtes Unglück und eine Buchpreisträgerin, die schwebt: In der Deutschen Nationalbibliothek wurde das städtische Lesefest „Open Books“ eröffnet.

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          Wie fühlt sie sich am Tag nach der Verleihung des Deutschen Buchpreises? „Ich schwebe immer noch“, erwiderte Antje Rávik Strubel auf eine Frage der Moderatorin Wiebke Porombka von Deutschlandfunk Kultur, die sie in der Deutschen Nationalbibliothek auf den Boden zurückholte. Dort hat die Stadt Frankfurt ihr Buchmesse-Begleitprogramm „Open Books“ mit der frisch gekürten Deutschen Buchpreisträgerin eröffnet. „Ich gehe immer von Orten aus, wo Dinge in die Schwebe geraten“, verriet Strubel dem Publikum. In ihrem Roman „Blaue Frau“ ist das der Hafen von Helsinki, genauer: „Auf den Felsen am Ufer.“

          Claudia Schülke
          Freie Autorin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jenseits der Birken erscheint die Titelheldin, eine fluide Grenzfigur zwischen Diesseits und Jenseits, Bewusstem und Unbewusstem, Realem und Irrealem. Eine Gestalt wie aus Tinte und Wasser. „Nicht-binär“ also, wenn auch Frau – wie die Protagonistin Adina, die nach ihrer unerzählten, aber präsenten Vergewaltigung eine verstörte Frau ist. „Keine Frau, kein Mann“, so Strubel. Porombka schlug ein neues Pronomen vor. Aber Strubel hatte schon in ihrem Buch eine Bezugsfigur gefunden: den „Mohikaner“, Adinas Chat-Namen. „Er entwickelt sich in ihr.“

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