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Online-Terminvergabe : Mehr Tempo bei der Auto-Anmeldung

  • -Aktualisiert am

F wie Fortschritt: In der Kraftfahrzeugzulassungsstelle bricht das Zeitalter der digitalen Terminvergabe an. Bild: Burkert, Christian

Fünf Monate nach Beginn des Corona-Lockdowns und nach zahllosen Beschwerden zeichnet sich in der Frankfurter Zulassungsstelle ein „leichter Trend zur Besserung“ ab. Grund dafür ist ein Schritt ins digitale Zeitalter.

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          Vom 1. September an können Privatpersonen Termine bei der Zulassungsstelle für Kraftfahrzeuge grundsätzlich nur noch online im Internet beantragen. Dadurch werde sich die Leistungsfähigkeit der Behörde um etwa zehn Prozent erhöhen, schätzt Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU). Letztlich könne so auch der durch die Corona-Schließung entstandene Rückstau abgearbeitet werden. Derzeit müssen Privatkunden nach Auskunft von Martina Geske-Habig, der stellvertretenden Leiterin der Zulassungsbehörde, noch etwa zwei Wochen auf einen Termin für die An-, Um- oder Abmeldung ihrer Fahrzeuge warten. Neuzulassungen im gewerblichen Bereich würden im Schnitt binnen sieben Arbeitstagen erledigt – Tendenz „weiter fallend“. Bis März konnten Privatleute auch ohne Terminvereinbarung davon ausgehen, dass ihr Anliegen noch am Tage des Vorsprechens erledigt würde.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dann kamen die Corona-Beschränkungen, und die Wartezeiten für Privatleute verlängerten sich in der Zeit des Notbetriebs auf mehrere Wochen. Entsprechend fielen die Reaktionen der Kunden aus: Noch vor wenigen Wochen erreichten die Zulassungsstelle nach Angaben von Geske-Habig bis zu 8000 Anrufe am Tag, dazu durchschnittlich 300 E-Mails. Diese Zahl sei in Zeiten der coronabedingten Teilschließung der Zulassungsstelle nicht zu bewältigen gewesen. Zeitweise seien bis zu 8000 E-Mails unbearbeitet geblieben.

          Jetzt sieht Karin Müller, die Leiterin des städtischen Ordnungsamts, „Licht am Ende des Tunnels“. Der Rückstand sei bereits weitgehend aufgearbeitet, und dank der Umstellung auf die Online-Terminvergabe sei innerhalb der nächsten Wochen eine Normalisierung der Lage zu erhoffen. Konnten aufgrund der drastisch verringerten Mitarbeiterzahl Mitte April nur 120 Kundenwünsche wöchentlich erfüllt werden, sind es jetzt bereits wieder mehr als 1000.

          Pünktlich dank Online-Termin

          Die Zulassungsstelle habe wegen der wachsenden Einwohnerzahl der Stadt und des damit verbundenen höheren Kraftfahrzeugaufkommens ohnehin immer mehr Arbeit, sagt Frank. Dieser Effekt werde noch dadurch verstärkt, dass die Hanauer Landstraße als „längste Automeile Europas“ mit den meisten Autohäusern gelte und entsprechend hohe Zulassungszahlen generiere. Bei den gewerblichen Anfragen sei denn auch ein enormer Anstieg festzustellen gewesen, als nach Ende des Lockdowns der Wirtschaftsmotor wieder angesprungen sei.

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          Erreichbar ist der digitale Service zur Terminvergabe unter www.frankfurt.de auf der Internetseite der Stadt. Dort können Termine bis zu fünf Wochen im Voraus vereinbart werden, und wer dort eine bestimmte Dienstleistung anklickt, erfährt auch gleich, welche Unterlagen er zur Zulassungstelle mitbringen muss. Das neue System ermöglicht eine effektivere und schnellere Steuerung des Publikumsverkehrs und hat nach Meinung von Stadtrat Frank für beide Seiten Vorteile: Einerseits erleichtere es den Mitarbeitern der Zulassungsstelle die Arbeit, andererseits könnten sich die Kunden darauf verlassen, pünktlich zum vereinbarten Termin an die Reihe zu kommen.

          Wünschenswert wäre diese Rationalisierung aus Sicht von Frank schon lange gewesen, erst durch Corona aber sei der Handlungsdruck groß genug geworden. Vielleicht ist demnächst sogar mit einer personellen Verstärkung der Zulassungsstelle zu rechnen. Frank sagte jedenfalls, sie sei auf seiner Dringlichkeitsliste deutlich weiter nach oben gerückt.

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