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Frankfurter Buchmesse : Auch die Bücherschau muss sich Corona beugen

So wird es vorerst nicht wieder: Menschenmenge auf der Frankfurter Buchmesse 2019 Bild: Wonge Bergmann

Die Frankfurter Buchmesse wird im Oktober wegen der Corona-Pandemie nicht in gewohnter Form stattfinden. Es bleiben das digitale Programm und zwei Lesefeste – und die große Enttäuschung bei Stadt und Veranstalter.

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          Die Frankfurter Buchmesse wird in diesem Jahr eine weitgehend virtuelle Veranstaltung. Wie am Dienstag bekannt wurde, wird es keinen Ausstellungs- und Messebetrieb geben. Diese Entscheidung wurde trotz der Anmeldung von 750 Ausstellern getroffen. Jürgen Boos, Direktor der Buchmesse, begründete dies mit weiteren Reisebeschränkungen. Diese hätten eine Präsenzveranstaltung unmöglich gemacht. Auch mache die am 1. Oktober in Kraft tretende Quarantäneverordnung die Teilnahme von europäischen Ausstellern und Fachbesuchern nahezu unmöglich.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          Damit sind alle Pläne, die Buchmesse auf herkömmliche Weise mit Verlags- und Länderständen, wenn auch in reduzierter Form, zu veranstalten, hinfällig. „Meine Hoffnungen haben sich nicht erfüllt“, sagte Boos. Die Buchmesse verliere in diesem Jahr viel Geld. Aber schon gezahlte Standmieten würden selbstverständlich ebenso erstattet wie die Kosten für bereits gekaufte Tickets. Mit dem Ticketvorverkauf wurde erst vor wenigen Tagen begonnen.

          Rechte- und Lizenzhandel sowie Fortbildungen und Workshops auf digitalen Plattformen wie Frankfurt Rights wird es nach Auskunft der Buchmessen-Leitung aber geben. Ein Festival mit Live- und Digitalveranstaltungen soll für das Publikum geboten werden. „In den letzten Monaten haben wir unsere zahlreichen bereits vorhandenen Services zu einem stimmigen digitalen Gesamtkonzept ausgebaut. So treffen internationale Publishing Professionals auf bekannte und auch neue Digitalformate, mit denen sie auch in Zeiten von Corona ihr Geschäft vorantreiben können“, führte Boos aus.

          Es wird aber auch Veranstaltungen live an Ort und Stelle geben. In der Festhalle wird von der ARD eine Buchmessenbühne installiert, auf der internationale Autoren, Künstler und Prominente auftreten sollen, darunter Christian Berkel, Michel Friedman, Cornelia Funke, Andrea Petkovic, Alice Schwarzer, Irvine Welsh und Chilly Gonzales. Für diese Veranstaltungen, die auch gestreamt werden, kann das Publikum Karten erwerben. Programme und Lesungen mit Besuchern bietet wie geplant das Festival Open Books. Es wird in diesem Jahr auf etwa 100 Veranstaltungen erweitert. Dazu kommt das seit 2017 von der Buchmesse selbst aufgebaute Bookfest. Es hatte ursprünglich nur an einem Tag und digital stattfinden sollen. Nun soll es gut 80 Veranstaltungen im Rahmen eines „Bookfest city“ geben, dazu ein „illustres Line-up“ für ein digitales Bookfest am 17. Oktober, das über buchmesse.de zu sehen sein wird. Die Veranstaltungen sind alle unentgeltlich, eine Registrierung vorab ist nötig. Das gesamte Programm des Bookfestes mit Lesungen, Diskussionen und Buchpräsentationen wird auf www.bookfest.de veröffentlicht.

          „Signals of Hope“ soll die Krise reflektieren

          Der Deutsche Buchpreis und der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels werden wie vorgesehen vergeben: der Deutsche Buchpreis am 12. Oktober um 18 Uhr im Frankfurter Römer, von wo aus er live als Stream übertragen wird, der Friedenspreis am 18. Oktober in der Frankfurter Paulskirche, live übertragen von 10.45 Uhr an in der ARD.

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          „Die Frankfurter Buchmesse ist nicht nur die größte Buchmesse der Welt, sie ist auch ein sich ständig weiterentwickelndes Unternehmen. Lebendig, agil und anpassungsfähig. In der aktuellen Situation bedeutet das nun den Verzicht auf Stände in Hallen aufgrund der wieder zunehmenden Corona-Einschränkungen“, sagte Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Eine Social-Media-Kampagne namens „Signals of Hope“ soll die Krise reflektieren und ist an den Messetagen unter signalsofhope.buchmesse.de zu erleben.

          Gastland Kanada soll 2021 Auftritt bekommen

          In Kooperation mit dem Auswärtigen Amt finden die digitalen Veranstaltungen des „Weltempfangs“ mit Meinungsführern aus aller Welt an jedem Messetag statt, es sprechen unter anderen Leïla Slimani, Nora Bossong, Thomas Meinecke, Yvonne Adhiambo Owuor und Matthias Lilienthal. Das diesjährige Ehrengastland Kanada wird Teile seines Rahmenprogramms digital und in der Stadt veranstalten, als erstes Gastspiel ist am Wochenende schon eine Choreographie von Dana Michels im Mousonturm zu sehen. Der große Auftritt auf der Buchmesse soll 2021 nachgeholt werden.

          Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte, es sei gut, dass die große Tradition der Buchmesse in Frankfurt trotz der massiven Beschränkungen durch die Pandemie fortgesetzt werde. Die weltweit größte Buchmesse sei ein internationaler Marktplatz der Ideen und präge die Identität Frankfurts seit Jahrhunderten. Die Stadt habe die Buchmesse in vielen Punkten unterstützt, beispielsweise was etwaige kurzfristige Stornierungen angeht, zusätzliche Flächen und repräsentative städtische Gebäude bereitgestellt. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) äußerte: „Ich bedauere, dass in diesen schwierigen Zeiten unter Corona-Bedingungen eine physische Buchmesse nur eingeschränkt möglich sein wird.“ Umso erfreulicher sei es, dass die Begleitprogramme der Messe und der Stadt stattfinden würden.

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