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Unter Corona-Bedingungen : Kirchentag plant mit 30.000 Besuchern

„Wir machen den 3. ÖKT gerade jetzt“: Kirchentags-Präsidentin Bettina Limperg Bild: dpa

Katholiken und Protestanten wollen beim Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt beweisen, dass ein gemeinsames Fest auch unter Corona-Bedingungen möglich ist. Vieles wird digitales angeboten. Dafür ist eine klar definierte Gruppe unerwünscht.

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          Der 3. Ökumenische Kirchentag soll trotz der Pandemie mit 30.000 Teilnehmern im Mai kommenden Jahres in Frankfurt stattfinden. Zusätzlich wird es ein digitales Angebot geben. Das teilte das Präsidium der Veranstaltung am Dienstag bei einer Online-Pressekonferenz mit. „Wir werden beweisen, dass ein solches Ereignis möglich ist unter Corona-Bedingungen“, sagte der katholische ÖKT-Präsident Thomas Sternberg.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt soll ein Hygienekonzept dafür sorgen, dass das Ereignis ohne das bei Kirchentagen sonst übliche Gedränge an mehreren Orten in der Innenstadt, auf dem Messegelände und in Kirchen möglich ist. Die evangelische ÖKT-Präsidentin Bettina Limperg sagte: „Wir machen den 3. ÖKT gerade jetzt, gerade deshalb.“ Jeder im Planungsstab habe mit sich gerungen. Mit der Entscheidung übernehme der ÖKT die Verantwortung, schwächere, ältere und eingeschränkte Menschen zu schützen. Nicht zuletzt deshalb gebe es auch viele hybride Veranstaltungen, also Präsenz-Angebote, zu denen sich Teilnehmer digital zuschalten können. Limperg sagte, vielleicht werde man sich mehr Nähe wünschen, als möglich sein werde. Aber in Zeiten der Pandemie seien Gemeinschaftserfahrungen besonders wichtig.

          „Agora“ auf Abstand

          Die Eröffnungsveranstaltung am 12.Mai soll am Mainkai und am Rossmarkt stattfinden. Weiterhin wird es einen Abend der Begegnung zwischen Alter Oper und Mainkai geben. An den drei Haupt-Tagen sind Diskussionsveranstaltungen und geistliches Programm vorgesehen; auf dem Messegelände soll es eine „Agora“ auf Abstand geben. Viele Veranstaltungen sind im Freien vorgesehen. Es sind aber auch Messen in Kirchen geplant. Das Konzept für den Schlussgottesdienst am 16. Mai ist noch in der Abstimmung, wie es am Dienstag hieß. Für jede Veranstaltung ergebe sich die Teilnehmerzahl wegen der Abstandsregeln rechnerisch aus der Größe des Veranstaltungsortes. Die digitale Teilnahme sei nicht begrenzt.

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          Der Kirchentag verzichtet wegen der Pandemie auf Privatquartiere. Um zu verhindern, dass er wegen der Frankfurter Hotelpreise zu einer Veranstaltung für Privilegierte werde, stimmt der Planungsstab nach eigenen Angaben derzeit die Unterbringungen in Schulen mit den Behörden ab. Auch Campingplätze wurden in der Pressekonferenz als mögliche Unterbringungsorte genannt.

          Ohne AfD-Mitglieder auf Podien

          Der Schwerpunkt bei den Eintrittskarten soll auf einem ermäßigten Ticket liegen, das ungefähr 60 Euro kosten soll. Der volle Eintrittspreis wird voraussichtlich 108 Euro betragen. Die Veranstalter gaben am Dienstag das Ziel einer schwarzen Null aus; sie wollen ungefähr 23 Millionen Euro ausgeben und ebenso viel einnehmen.

          Der Kirchentag schließt wie im Juni beschlossen AfD-Mitglieder von der Teilnahme an seinen Podien aus. Gefragt, wie mit Corona-Leugnern umgegangen werde, sagte Präsident Sternberg, diese bildeten keine „Gruppe, die wir definieren können“. Das Thema Verschwörungstheorien werde aber eine Rolle spielen. Sternberg kündigte an: „Das Frankfurter Ereignis wird ausstrahlen nach ganz Deutschland.“ Schließlich sei Frankfurt nicht nur die Stadt der Banken und der Wirtschaft, sondern auch eine der Vielfalt der Weltanschauungen.

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