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Öffentlicher Nahverkehr : Neue Strecke für Regionaltangente

Stand der Planungen: Durch das sogenannten „Flügeln“ können zwei Strecken von einer Linie bedient werden. Bild: F.A.Z.

Die geplante Regionaltangente West soll nun auch über Sulzbach nach Bad Soden führen. Ein Anschluss der Nordweststadt steht aber nicht mehr zur Debatte.

          Schon vor zwei Jahren hat Klaus Oesterling die Idee entwickelt, die Trassenführung der geplanten Regionaltangente West (RTW) zu ändern und einen Abzweig über Sulzbach nach Bad Soden zu führen. Doch damals hatte das Wort des Oppositionsführers im Frankfurter Römer nicht viel Gewicht. Jetzt, da der SPD-Politiker neuer Verkehrsdezernent in der Mainmetropole und Aufsichtsratsvorsitzender der RTW-Planungsgesellschaft ist, bekommt sein Vorschlag eine neue Dynamik.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Zauberwort in seinem Konzept heißt „Flügeln“. Dabei wird ein Zug fahrplanmäßig an einem bestimmten Ort in zwei Halbzüge geteilt, die dann in verschiedenen Richtungen weiterfahren. Dieses Verfahren soll nach den Vorstellungen Oesterlings auch auf der künftigen RTW-Strecke zur Anwendung kommen. Demnach sollen die Züge der informell als Linie 2 bezeichneten RTW-Strecke von Dreieich-Buchschlag nach Praunheim zwischen Höchst und Sossenheim geteilt werden: Der eine Halbzug führe auf der regulären RTW-Strecke weiter nach Eschborn und böge dann - wie im ursprünglichen Konzept vorgesehen - in Richtung Praunheim ab.

          Die Europaschule versperrt den Weg in die Nordweststadt

          Der zweite Halbzug würde dagegen bei Sossenheim die normale Trasse verlassen und in Richtung Nordwesten auf die schon vorhandene Trasse nach Bad Soden wechseln. Bei der Rückfahrt in Richtung Dreieich-Buchschlag könnten die beiden Züge schließlich bei Sossenheim oder in Höchst wieder zu einem Zug zusammenfinden.Nach den ursprünglichen Plänen sollte die RTW-Linie 2 innerhalb Frankfurts in der Nordweststadt enden. Davon haben Politiker und Planer jedoch inzwischen Abschied genommen, weil die Europäische Schule in Niederursel den Weg versperrt und die RTW deshalb dort durch einen sehr teuren Tunnel geführt werden müsste.

          Die Nordweststadt könnte erst dann an die Strecke angeschlossen werden, wenn die Schule verlagert würde. Wenn die RTW-Züge der Linie 2 aber nur bis zum Gewerbegebiet Praunheim und nicht in die Nordweststadt fahren können, wären sie wahrscheinlich nicht ausgelastet - und darum will Oesterling nur einen von zwei Wagen nach Praunheim fahren lassen. Der andere würde in Höchst oder Sossenheim abgekoppelt und nach Bad Soden geschickt. Zu dem Plan gehört auch, dass in Frankfurt die Stadtbahn-Linie U6 von der Heerstraße bis zum Gewerbegebiet Praunheim verlängert, dort eine gemeinsame Haltestelle von RTW und U-Bahn eingerichtet und so auch eine Stadtbahn-Verbindung in die Innenstadt hergestellt wird.

          „Wir planen seit 2005 und reden mit den Leuten“

          Über Oesterlings Vorschlag müssen sich jetzt vor allem die Stadt Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis verständigen. Der Charme eines Abzweigs nach Bad Soden besteht darin, dass dafür keine Investitionen in die Infrastruktur notwendig wären, weil die Strecke vorhanden ist. Sie wird zurzeit von der Hessischen Landesbahn mit Dieselloks bedient, ist aber elektrifiziert und könnte somit auch von den Zügen der RTW befahren werden. Nach Ansicht von Rolf Valussi, dem Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, ist nicht einmal ein normales Planfeststellungsverfahren notwendig, um diesen Abzweig von der Hauptstrecke in die Regionaltangente aufzunehmen.

          Laut Valussi soll das Planfeststellungsverfahren für alle drei Abschnitte der Regionaltangente im nächsten Jahr beginnen: „Wir planen seit 2005 und reden mit den Leuten.“ Der Geschäftsführer hofft, dass zum Fahrplanwechsel 2022/23 die ersten Bahnen auf der 40 Kilometer langen RTW-Strecke fahren werden, deren Kosten nach jetziger Planung bei etwa 380 Millionen Euro liegen.

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