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Oberbürgermeister im Ranking : Feldmann, der Liebling der Beamten

Peter Feldmann darf sich freuen: Die Frankfurter sind mit ihrem Oberbürgermeister zufrieden. Bild: dpa

Das Umfrageinstitut Forsa hat in den 15 größten Städten Deutschlands die Bürger-Zufriedenheit mit der Stadtverwaltung untersucht. Um Frankfurt könnte es schlechter stehen.

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          Ginge es um die Fußball-Bundesliga, die am Wochenende ihre neue Spielzeit beginnt, läge der „Club“ aus Nürnberg vor Bayern München an der Tabellenspitze, Eintracht Frankfurt rangierte auf Platz fünf. Es geht aber um etwas viel Bedeutenderes, nämlich um das jeweilige Ansehen der Oberbürgermeister in den 15 größten deutschen Städten. Die hat das Umfrageinstitut Forsa jetzt für RTL/n-tv ermittelt.

          Weil 1006 in Frankfurt Befragte nicht irren können, ist der Fall klar: Peter Feldmann (SPD) ist beliebt. 52 Prozent sind mit der Arbeit ihres Stadtoberhauptes zufrieden. Mit großem Abstand vorn liegt Ulrich Maly (SPD) in Nürnberg, ihm attestieren 72 Prozent der Befragten in der fränkischen Metropole, er sei ein guter Oberbürgermeister. Mit einer Zustimmungsquote von 60 Prozent folgt der Münchner Dieter Reiter (SPD).

          Noch eine populäre Entscheidung bis zum Erfolg

          Während sich Maly und Reiter in der Tabelle etwas abgesetzt haben, sind die Plätze drei und vier aus Frankfurter Sicht durchaus in Reichweite. Thomas Kufen (CDU) in Essen (56 Prozent) und Dirk Hilbert (FDP) in Dresden (55 Prozent) sind nicht uneinholbar. Noch eine populäre Entscheidung – beispielsweise unentgeltliches Abitur für alle –, und Feldmann hat sie.

          Nach unten ist ohnehin etwas Luft, denn Burkhard Jung (SPD) in Leipzig (47Prozent Zustimmung) und der im Amt noch relativ neue Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD, 44Prozent) hängen doch ein Stück zurück. Am Ende liegen der Regierende Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD, 34 Prozent), Henriette Reker (parteilos, Köln) mit 33 Prozent und der Bremer Carsten Sieling (SPD) mit 27Prozent.

          Feldmann muss sich angesichts der Umfragewerte nach zwei Wahlsiegen mit der gleichen Frage herumschlagen wie Eintracht Frankfurt nach zwei Niederlagen: vorne aufs Ganze gehen oder erst einmal hinten sicher stehen? Den 52Prozent Zustimmung stehen nämlich 42 Prozent Unzufriedenheit gegenüber. Das ist ein vergleichsweise hoher Wert. Für die Strategen in Feldmanns Umgebung lautet die Eintracht-Frage also: Bei den eigenen Fans noch beliebter werden oder eher aus Unzufriedenen Zufriedene machen?

          Beamte mögen Feldmann am liebsten

          Dass Feldmann bei Frauen (54Prozent) etwas besser ankommt als bei Männern (50Prozent), überrascht weniger als die Erkenntnis, dass er unter den Berufsgruppen bei Beamten (62 Prozent Zustimmung) am besten abschneidet; viel besser als bei Arbeitern, bei denen sich Zustimmung und Unzufriedenheit mit je 44 Prozent die Waage halten.

          Ein nach eigenem Verständnis linker Sozialdemokrat der Liebling des öffentlichen Dienstes? Ist denn die Verdisierung der Gesellschaft unaufhaltsam? Weniger überraschend ist Feldmanns hoher Zufriedenheitswert bei SPD-Wählern (78Prozent), schon eher verblüfft sein hohes Ansehen bei Anhängern der Grünen (67Prozent).

          Bis auf wenige Ausnahmen plagen die Frankfurter dieselben Sorgen wie die Einwohner der anderen Großstädte. „Wohnungsnot“ sagen 64Prozent der in Frankfurt Befragten, wenn sie die größten Probleme nennen sollen (Großstadt-Durchschnitt 44 Prozent). Ebenfalls 64Prozent nennen in Frankfurt „Verkehr“ als Problem, im Schnitt sind es 60Prozent, in München 85Prozent. Baustellen werden von elfProzent der in Frankfurt Befragten als Ärgernis empfunden, drei Punkte weniger als im Großstadt-Durchschnitt.

          Frankfurter empfinden die Stadt als dreckig

          Mit 19 Prozent der Nennungen deutlich stärker als anderswo (zehn Prozent) wird in Frankfurt die Kriminalität als bedrohlich empfunden (München zwei Prozent). „Schulprobleme“ registrieren in Frankfurt 17Prozent der Befragten (Durchschnitt 15, Bremen 41Prozent). „Umweltprobleme“ bereiten hier mit 14Prozent der Nennungen etwas weniger Sorgen als anderswo (16Prozent). Hingegen sehen die Frankfurter (zehnProzent der Nennungen) mehr „Dreck in der Stadt“ als viele andere (Mittelwert vier Prozent, Köln 21Prozent).

          Entgegen dem bisweilen gepflegten Eindruck, die soziale „Schere“ gehe auch in einer reichen Stadt wie Frankfurt immer weiter auseinander, sehen hier nur sieben Prozent in „Armut, soziales Gefälle“ ein drängendes Problem (Durchschnitt sechs Prozent). Mit ihrer Stadtverwaltung sind die Frankfurter offenbar zufrieden, nur fünf (Großstadt-Mittelwert neun) Prozent äußern generelle „Kritik an Stadtverwaltung und an Politikern“.

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