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Oberbürgermeisterwahl : Zurück zur Sache

Sieht an vielen Stellen Handlungsbedarf: Uwe Becker wurde am Samstag zum Oberbürgermeisterkandidat der Frankfurter CDU gekürt. Bild: Lando Hass

Die CDU nominiert ihren Kandidaten Uwe Becker. Er sieht in Frankfurt an vielen Stellen Handlungsbedarf. Darüber lässt sich reden.

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          Die Frankfurter CDU hat am Samstag für Uwe Becker die erwartete Krönungsmesse in C-Dur aufgeführt. Daran, wer für sie zur Oberbürgermeisterwahl am 5. März kandidieren soll, ließen die Mitglieder keinen Zweifel. Einige wenige schiefe Töne galten lediglich dem Verfahren, mit dem die Partei als Folge der Nominierung den fliegenden Vorsitzendenwechsel zu Nils Kößler vollzogen hat.

          In seiner Rede konzentrierte sich Becker ganz auf die Frankfurter Stadtpolitik und die Themen, bei denen er Handlungsbedarf ausmachte. Dabei bediente er die Erwartungen des Stammpublikums der Union, als er eine Verkehrspolitik ohne Ideologie forderte und versprach, die Stabsstelle Sauberkeit mit Berufung auf die Zeiten Petra Roths zurück in das Oberbürgermeisterbüro zu holen. Zugleich warb er für ein buntes und vielfältiges Frankfurt. Während Grünen-Kandidatin Manuela Rottmann die Stadt bis 2035 klimaneutral machen will, soll sie nach der Vorstellung Beckers 2030 nur noch erneuerbare Energien verwenden.

          Becker weiß, dass er Wähler – und Wählerinnen – weit über die CDU hinaus gewinnen muss. Ob ihm das gelingen wird, hängt auch davon ab, wie glaubwürdig er das von ihm vorgestellte ehrgeizige Programm vermitteln kann. Schließlich hätte ein Oberbürgermeister Becker keine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Dass er nicht einfach jedes Jahr 100 Millionen Euro zusätzlich für den Schulbau in den Haushalt schreiben könnte, muss dem früheren Kämmerer niemand erklären.

          Bei allem Risiko, manche der Ankündigungen als Wahlversprechen vorgehalten zu bekommen, gehört zur Habenseite: Der CDU-Kandidat wurde erfreulich konkret. Wie oft hieß in den Wochen vor dem Bürgerentscheid, man wolle endlich wieder über Inhalte reden. In seiner Rede hat Becker einen Anfang gemacht.

          Dazu passte, dass er weder den Namen des abgewählten Amtsinhabers in den Mund nahm noch seine Konkurrenten abqualifizierte. Es gibt genug in der Sache zu streiten, könnte man als Botschaft mitnehmen. Das gibt Hoffnung für den „Neustart“ in Frankfurt, von dem nicht nur Becker und die CDU reden. Er könnte schon im Wahlkampf beginnen.

          Bernhard Biener
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung

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