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Niedrigwerte in Frankfurt : Luft wie auf Norderney

Aktuell sind wegen der Corona-Krise nur wenig Leute auf der Friedberger Landstraße unterwegs. Bild: dpa

Die Luft in Frankfurts Nordend ist so sauber wie nie zuvor. Die aktuellen Messwerte lassen darauf hoffen, dass es für die Friedberger Landstraße keine Fahrverbote geben wird.

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          So sauber wie in den ersten drei Monaten dieses Jahres ist die Luft an der Friedberger Landstraße im Nordend seit mehr als 20 Jahren nicht gewesen. Wie Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) mitteilt, betrug die Stickoxid-Belastung im ersten Quartal im Durchschnitt nur noch 36,7 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Damit sei dort zum ersten Mal in einem Quartal der von der EU vorgeschriebene Grenzwert von 40 Mikrogramm unterschritten worden. Zudem ist es das niedrigste Dreimonatsmittel, das je an der 1997 errichteten Messstelle registriert wurde. In den frühen Morgenstunden ist die Belastung laut Oesterling an mehreren Tagen sogar auf fünf Mikrogramm gefallen, ein Wert, wie er sonst nur in sogenannten Reinluftgebieten wie der Insel Norderney gemessen werde. Im ersten Quartal 2019 hatte die Belastung bei durchschnittlich 47,4 Mikrogramm gelegen, das Jahresmittel bei 41,7.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Verkehrsdezernent geht davon aus, dass aufgrund dieser Entwicklung der EU-Grenzwert an der Friedberger Landstraße in diesem Jahr eingehalten werden kann. „Das Thema Fahrverbote dürfte damit zumindest für diese Straße vom Tisch sein“, sagte Oesterling. Er sei allerdings nicht der Auffassung, dass die Corona-Krise grundsätzlich dazu führen werde, dass Fahrverbote nicht mehr in Frage kämen. Um die Grenzwerte in ganz Frankfurt einzuhalten, sei eine stärkere Verkehrsregulierung nötig.

          Der SPD-Politiker fordert deshalb neue Schnellbuslinien vom Umland nach Frankfurt. Diese sollten auf gesonderten Autobahnspuren unterwegs sein, etwa von Bruchköbel, Erlensee oder von Wallau nach Frankfurt. Oesterling könnte sich zudem ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern innerhalb des Anlagenrings und im nördlichen Sachsenhausen vorstellen. Alles sei jedenfalls besser als ein Fahrverbot auf einigen Straßen oder Pförtnerampeln am Stadtrand. Das führe dort nur zu langen Staus. Das Land Hessen hatte wiederholt die Stadt Frankfurt aufgefordert, Pförtnerampeln einzurichten.

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