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Eisenbahnbrücke in Frankfurt : Auf sechs statt vier Gleisen über den Main

So soll es werden: Die Simulation zeigt den Blick über den Main nach Norden, neu ist die rechte der drei Brücken. Bild: DB Netz AG

Die Vorarbeiten für die neue Eisenbahnbrücke von Frankfurt-Niederrad über den Main sollen im zweiten Halbjahr 2021 beginnen. Die Erweiterung soll zum Ausbau des Frankfurter Eisenbahnknotens beitragen.

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          Frankfurt bekommt eine weitere Brücke über den Main – man wird, wenn sie fertig ist, allerdings genau hinschauen müssen, um sie zu entdecken. Denn die Eisenbahnbrücke, die von der Deutschen Bahn geplant wird, soll direkt neben zwei vorhandenen Bauwerken zwischen dem Hauptbahnhof und Niederrad entstehen, so dass dort künftig sechs statt vier Gleise über den Fluss und über die Gutleutstraße führen.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Das Projekt ist schon seit längerem bekannt, jetzt hat der Konzern seinen Zeitplan konkretisiert: Die Deutsche Bahn rechnet mit dem Beginn der Vorarbeiten im zweiten Halbjahr des nächsten Jahres, die Brücke selbst soll dann von 2023 an errichtet werden, für die Bauarbeiten sind drei Jahre angesetzt. Die neue Mainbrücke zählt zu dem großen und seit Jahren verfolgten Projekt, den Eisenbahnknoten Frankfurt auszubauen, weil der Zugverkehr in Deutschland stetig zunimmt.

          Hauptachsen des Schienenverkehrs

          Bei dem Brückenprojekt geht es konkret darum, die zum Hauptbahnhof führenden Strecke von Zeppelinheim über die Bahnhöfe Stadion und Niederrad bis zum Hauptbahnhof leistungsfähiger zu machen. Der erste Bauabschnitt ist schon vor fünf Jahren mit der Inbetriebnahme neuer Gleisverbindungen am Stadion fertiggestellt worden.

          Dort treffen mehrere Hauptachsen des Schienenverkehrs aufeinander, die Züge kommen unter anderem aus Köln, Mannheim und Mainz. Dabei sind schnellere und langsamere Züge auf den gleichen Gleisen unterwegs und behindern sich damit gegenseitig, allein die S-Bahnen fahren schon auf eigenen Trassen. Künftig sollen auch der Fern- und der Regionalverkehr getrennt werden.

          Stützwände errichtet

          Zum Bau der neuen Mainbrücke zählt daher auch das Verlegen weiterer Gleise zum Bahnhof Stadion, so dass am Ende durchweg sechs Gleise als Zufahrt zum Hauptbahnhof zur Verfügung stehen statt wie bisher vier. Dafür müssen in Niederrad auch weitere Überführungen erweitert und Stützwände errichtet werden, außerdem wird die Bahn den Stadtteil durch Lärmschutzwände schützen. In der dritten Baustufe wird die Strecke zwischen den Bahnhöfen Stadion und Zeppelinheim von zwei auf vier Gleise erweitert, diese Arbeiten sollen gleichzeitig mit der Eröffnung der Mainbrücke abgeschlossen werden.

          Das gesamte Vorhaben mit allen Restarbeiten soll bis 2029 fertig werden. Überflüssig würde es auch dann nicht, wenn tatsächlich eines Tages ein Tunnel für den Fernverkehr unter der Innenstadt entstünde – er würde nach den bisher bekanntgewordenen Plänen westlich des Hauptbahnhofs so enden, dass die Züge die Mainbrücken bei Niederrad weiter nutzen könnten.

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