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Niddapark-Mord : Ermittlungen zu Irina A. weiter schwierig

Gedenken an Irina A.: Die 29 Jahre alte Frau war im Mai getötet worden. Ein Verdächtiger sitzt in Haft. Bild: Helmut Fricke

Auch fünf Monate nach dem Verbrechen an der 29 Jahre alten Irina A. bleibt die Rekonstruktion der Tat schwierig. Gibt es Hoffnung auf Aufklärung und eine bessere Beweislage?

          1 Min.

          Was geschah in der Nacht zum 9. Mai im Niddapark? Die Rekonstruktion des grausamen Verbrechens an der 29 Jahre alten Irina A. gestaltet sich auch nach fast fünf Monaten schwierig. Noch ist nicht abzusehen, ob und wann Anklage gegen den Beschuldigten Jan M. erhoben wird. Wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mitteilte, sind die Ermittlungen gegen den Gastronomen noch nicht beendet. Es hätten zahlreiche Zeugen befragt werden müssen, die Aufschlüsse über das persönliche Verhältnis von Beschuldigtem und Opfer geben könnten.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Mittelpunkt stünden aber vor allem die geschäftlichen Beziehungen der beiden. Diese zu klären werde möglicherweise noch einige Zeit dauern. In den wirtschaftlichen Verbindungen vermuten die Ermittler auch das Motiv. Wie berichtet, soll der Frankfurter Gastronom Irina A. eine höhere Geldsumme geschuldet haben. Darauf hatten schon zu Beginn der Ermittlungen Personen aus dem engeren Bekanntenkreis des Opfers hingewiesen. So soll M. zuletzt finanzielle Schwierigkeiten gehabt haben.

          Angeblich hätten ihn diese auch mit dazu veranlasst, wenige Wochen nach Silvester im Januar 2016 die sogenannte Sex-Mob-Lüge zu verbreiten, wonach Migranten in seiner Bar „First In“ Frauen belästigt haben sollen. Irina A. diente ihm damals als „Zeugin“. Die Falschaussage wurde später von der Polizei entlarvt. Nach dem Verkauf des „First In“ soll der Gastronom Irina A., die Teilhaberin der Bar war, nicht ausbezahlt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft M. Habgier als Mordmotiv vor.

          Dringender Tatverdacht abermals bestätigt

          Jan M. bestreitet die Tat nach wie vor. In einem möglichen Prozess wird es daher umso mehr auf Indizien ankommen. Kriminaltechniker hatten eine Blutspur am Tatort gesichert, die Jan M. zugeordnet werden konnte. Es gibt für die Polizei bislang keine andere Version als die, dass Jan M. bei der Tat selbst verletzt worden ist. Dass sich eine dritte Person an jenem Abend zusammen mit Jan M. und Irina A. im Park aufgehalten hatte, konnte bisher nicht bestätigt werden.

          Zudem soll es zahlreiche Belege dafür geben, dass es zuvor Streit zwischen den beiden gab und sie sich deshalb treffen wollten. Wie weiter bekanntwurde, hat der Anwalt, der ursprünglich die Verteidigung von Jan M. übernommen hatte, sein Mandat niedergelegt. Dem Vernehmen nach gab es „einige Differenzen“ zwischen ihm und seinem Mandanten. Laut Staatsanwaltschaft hat es inzwischen einen Haftprüfungstermin gegeben. Der dringende Tatverdacht gegen Jan M. wurde abermals bestätigt.

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