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Öffentlicher Nahverkehr : Neun-Euro-Ticket kommt nicht vor Juni

Leere Bahnsteige: Und trotzdem waren im vergangenen Jahr sieben Prozent der S-Bahnen unpünktlich, wie RMV-Chef Ringat am Dienstag mitteilte. Bild: Lando Hass

Ein Monatsticket für neun Euro für Bahnen und Busse ist für den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir das größte Experiment im Nahverkehr. Doch der Deutsche-Bahn-Manager Jörg Sandvoß hebt hervor: Vor Juni wird das nichts.

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          Auf die Möglichkeit, für neun Euro im Monat unbegrenzt mit Bahnen und Bussen fahren zu können, werden die Fahrgäste noch warten müssen. „Wir glauben, dass es der 1. Juni wird, aber definitiv kann das niemand sagen“, äußerte am Dienstag Jörg Sandvoß, der Vorstandsvorsitzende der Deutsche-Bahn-Tochtergesellschaft DB Regio, in Frankfurt. Die Vorarbeiten seien erheblich, der 1. Mai sei deshalb nicht zu schaffen. Notwendig seien vier Wochen Vorlauf, doch das gerechnet von dem Zeitpunkt an, an dem alles geklärt sei, etwa die Finanzierung. So weit sei es aber noch nicht. Sandvoß wies darauf hin, dass es Hunderte Nahverkehrsunternehmen in Deutschland gebe, der Aufwand also hoch sei.

          Manfred Köhler
          Ressortleiter der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, das den Regionalverkehr der Deutschen Bahn organisiert, hob hervor, dass heutige Kunden des Nahverkehrs auf keinen Fall schlechtergestellt würden. Damit sind regelmäßige Käufer von Monatskarten gemeint, die durchweg teurer sind. Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds, pflichtete ihm bei. Auch er wies darauf hin, dass noch viele Fragen unbeantwortet seien. Die Verkehrsunternehmen wären dankbar gewesen, hätten sie nicht aus den Medien von diesem Vorhaben erfahren, sagte er. Auf jeden Fall müsse der Bund für alle Einnahmeausfälle, für die Werbung für das Angebot und die Verwaltungskosten aufkommen. Er rechne mit Gesamtkosten von drei bis dreieinhalb Milliarden Euro.

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