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Wege aus der Krise : Neues Präsidium will Vorstände der Frankfurter Awo abberufen

  • Aktualisiert am

Petra Rossbrey: die neue Kreisvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt Bild: dpa

Mit Hausverboten und der Abberufung des Vorstands will das neue Präsidium der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt einen Ausweg aus der Krise suchen. Die neue Vorsitzende des Gremiums kündigte einen Neuanfang an.

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          Das am Samstag bei der Kreiskonferenz der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt neu gewählte Präsidium hat in seiner ersten Sitzung die beiden verbliebenen Vorstandsmitglieder Jasmin Kasperkowitz und Panagiotis Triantafillidis abberufen. Triantafillidis hat zudem ab sofort Hausverbot in allen Einrichtungen des Kreisverbands. Das gelte auch für alle anderen Mitarbeiter, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittle, sagte die neu gewählte Präsidiumsvorsitzende Petra Rossbrey. Die Sechzigjährige hatte bei ihrer Wahl 58 Stimmen der 67 Delegierten erhalten.

          Mit Blick auf die kommende Aufgabe, die Vorgänge im tief in eine Affäre verstrickten Kreisverband aufzuklären, sprach Rossbrey von einer „Mammutaufgabe“. Rossbrey erinnerte an die Gründerin der Awo, Marie Juchacz, die für Werte wie Solidarität und Gerechtigkeit gekämpft habe. „Sie wäre bestürzt darüber, dass einige wenige die Awo für persönliche Zwecke benutzt haben“, sagte Rossbrey. Sie kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen - eine Ankündigung, der das neu gewählte ehrenamtliche Präsidium, das künftig die Arbeit der Geschäftsführung kontrollieren soll, mit der Absetzung von Kasperkowitz und Triantafillidis auch Taten folgen ließ. Zu Rossbreys Stellvertretern wählten die Delegierten Barbara Dembowski und Hauke Hummel.

          Die Stellvertreter von Petra Rossbrey (Mitte) sind Barbara Dembowski (links) und Hauke Hummel.

          Seit Monaten ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft wegen Betrugs- und Untreueverdachts gegen mehrere Verdächtige. Die Stadt Frankfurt stellte ebenfalls  Strafanzeige. Auch Berichte über ungewöhnlich hohe Gehälter für einige Frankfurter Awo-Funktionäre und Luxus-Dienstwagen hatten für Kritik bei vielen  Ehrenamtlern und beim Bundesvorstand gesorgt. Die meisten der bisherigen Präsidiumsmitglieder des Kreisverbands hatten im vergangenen Dezember ihre Ämter niedergelegt.

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