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Neues aus dem Frankfurter Geschäftsleben : Es grünt so grün an der Kaiserstraße

Anziehungskraft: Die Kaiserstraße entwickelt sich zur Naturmode-Meile. Hess Natur und Grüne Erde sind schon da, demnächst kommt Gudrun Sjödén. Bild: Eilmes, Wolfgang

Der Naturmodeversender Gudrun Sjödén zieht in die Nachbarschaft von Hess Natur. Mit TK Maxx gewinnt das Nordwestzentrum ein Zugpferd. Und der Möbel-Markt in Frankfurt legt weiter zu.

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          Gudrun Sjödén an der Kaiserstraße

          Petra Kirchhoff
          (hoff.), Rhein-Main-Zeitung

          In Köln und München liegt Hess Natur um die Ecke, nun zieht das nach seiner Gründerin und Geschäftsführerin benannte schwedische Unternehmen Gudrun Sjödén auch in Frankfurt in die Nachbarschaft einer Filiale von Hess Natur. Voraussichtlich Ende September werden die Schweden an der Kaiserstraße eine Etage mit 550 Quadratmetern beziehen, um hier Damenmode und Wohnaccessoires zu verkaufen. Bisher hatte Fitness First hier ein Studio. Zusammen mit dem Möbel- und Modegeschäft Grüne Erde haben Kunden dann gleich drei Anlaufstellen für Öko-Textilien in unmittelbarer Nachbarschaft. Gudrun-Sjödén-Mode, die vor allem über Katalog und Internet verkauft wird, ist bekannt für einen bunten, folkloristischen Stil. Das Unternehmen wurde 1976 in Stockholm gegründet, der deutsche Markt ist mit sieben Filialen der umsatzstärkste. Alles in allem setzte die Gudrun Sjödén GmbH mit Sitz in Zirndorf bei Nürnberg im vergangenen Jahr 30 Millionen Euro um, davon ein Drittel über das Ladengeschäft. Frankfurt hatten die Schweden schon länger im Blick, da in der Mitte Deutschlands bisher ein Konzeptladen fehlte, wie es heißt.

          TK Maxx im Nordwestzentrum

          Im September ist es zehn Jahre her, dass das Nordwestzentrum erweitert wurde, unter anderem um einen Mode-Boulevard, in dem jetzt die ersten Mietverträge auslaufen und nicht verlängert werden. Eine spannende Neu-Vermietung steht bereits fest: Im Herbst wird der amerikanische Mode-Discounter TK Maxx seine erste Frankfurt-Filiale eröffnen - die dritte in Rhein-Main nach Darmstadt und Aschaffenburg. TK Maxx übernimmt die Räume (1400 Quadratmeter) vom Schuhgeschäft Humanic. Die Marke gehört wie Shoe4you zur österreichischen Leder & Schuh International AG, die nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten viele Filialen in Deutschland geschlossen hat. TK Maxx wirbt damit, Top-Marken und Designer-Label für Erwachsene und Kinder bis zu 60 Prozent günstiger anzubieten. Dabei handelt es sich um Restposten, gecancelte Orders, Überhänge und auslaufende Kollektionen. Bekannt ist TK Maxx für ein schnell wechselndes Angebot. „Man weiß nie, was man dort findet“, sagen Kunden, die TK Maxx bereits kennen.

          Dorothee Schumacher auf Zeit

          Nur für kurze Zeit schlägt Dorothee Schumacher, erfolgreiche Modemacherin aus Mannheim, mit einem Geschäft im neuen Hochhaus Taunus-Turm an der Neuen Mainzer Landstraße auf, um hier ihre aktuelle Winterkollektion an die Frau zu bringen. Der im Schaufenster auffällig angekündigte Pop-up-Store ist nur bis Ende August geöffnet, dafür jedoch auf Wunsch, das heißt Vereinbarung eines Termins, 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche. „24/7 Shopping“, sprich twentyforseven, heißt das in der Branche. Schumacher, inzwischen eine feste und auch von der Prominenz geschätzte Laufsteg-Nummer bei der Berlin Fashion Week, betreibt Boutiquen in Berlin, München, London und Antwerpen. „Wenn wir den richtigen Store finden, wären wir auch gerne permanent in Frankfurt“, sagt eine Sprecherin.

          Tor-Chancen: Dorothee Schumacher zeigt, vorübergehend, Mode am Taunustor.
          Tor-Chancen: Dorothee Schumacher zeigt, vorübergehend, Mode am Taunustor. : Bild: Eilmes, Wolfgang

          Bolia am Börsentor

          An Möbeln und Wohnaccessoires in Frankfurt herrscht kein Mangel. Mit Bo Concept und dem Design House Stockholm im neuen Ma-Quartier etwa oder auch Fashion for Home in der Zeilgalerie sind Designer-Möbel mit skandinavischem Einschlag gut vertreten. Im Herbst kommt noch ein neuer Anbieter hinzu. Die dänische Möbelkette Bolia hat eine Fläche von 450 Quadratmetern im neuen Büro- und Geschäftshaus an der Börsenstraße (Börsentor) angemietet und damit die gesamte Einzelhandelsfläche des Hochtief-Projekts. Anfang November soll die Eröffnung sein. Bolia wirbt wie das Berliner Unternehmen Fashion for Home damit, Designermöbel zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Produziert wird nur nach Auftrag und - im Fall von Bolia - in Dänemark und Europa, auf teure Lagerhaltung wird verzichtet. Das Unternehmen gibt es seit 2000. Auf dem deutschen Markt ist Bolia bisher mit acht Filialen vertreten, davon drei in Hamburg und zwei in Berlin.

          Walter Knoll im Maintor

          Vornehmlich an gewerbliche Kunden, aber nicht nur richtet sich das erste Gemeinschaftsprojekt von Walter Knoll und Spielmanns im neuen Bauprojekt Maintor an der Weißfrauenstraße. Der schwäbische Designmöbel-Hersteller und der Büroausstatter aus Kronberg, der mit verschiedenen Designern aus dem In- und Ausland zusammenarbeitet, haben hier erstmals gemeinsam ein Konzept für einen Schauraum entwickelt. Der ist Ausstellungsort für Möbel der Marke Walter Knoll, zudem bietet Spielmanns Planung und Beratung für Geschäftsräume an. Die Spielmann Officehouse GmbH zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Objekteinrichtern in Deutschland.

          Die Neuen: Im Neubauprojekt Maintor sind Walter Knoll und Spielmanns eingezogen.
          Die Neuen: Im Neubauprojekt Maintor sind Walter Knoll und Spielmanns eingezogen. : Bild: Eilmes, Wolfgang

          Neue Apotheke an der Freßgass’

          Die Große Bockenheimer Straße, besser bekannt als Freßgass’, hat wieder eine Apotheke. Gabor Perl, der auch zwei Apotheken in Langen betreibt, hat kürzlich am Standort der Kette Nordsee eine neue Filiale, die Pharmacie Raphael, eröffnet. Er schließt damit eine Lücke an der Freßgass’, die sich vor zwei Jahren mit dem Rückzug der Viktoria-Apotheke (jetzt Repeat) aufgetan hatte.

          Instyle Hollywood in der City

          Es ist nicht das erste Mal, dass die Zwillingsschwestern Natalie und Nina Assalkou mit ihrem Modegeschäft Instyle Hollywood umgezogen sind. Zuletzt waren sie mit ihren vorwiegend italienischen eher ausgefalleneren Labeln an der Großen Eschenheimer Straße zu Hause. Soeben sind sie in der Stiftstraße angekommen, der fünfte Umzug in knapp 30 Jahren Unternehmensgeschichte. Doch die Stammkunden seien immer wacker mitgezogen.

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