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Neuer Frankfurt-Bildband : Mit der Pferdekutsche zum Einkaufen auf die Zeil

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Fernsehturm und Messeturm, Hotels und Bankgebäude: Für diese Skyline ist Frankfurt bekannt, ihr verdankt die Stadt den Namen Mainhattan. Doch wie es rund um den Römer vor dem Zweiten Weltkrieg ausgesehen hat, zeigt der am Dienstag vorgestellte Bildband "Frankfurt am Main - gestern und heute".

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          Fernsehturm und Messeturm, Hotels und Bankgebäude: Für diese Skyline ist Frankfurt bekannt, ihr verdankt die Stadt den Namen Mainhattan. Doch wie es rund um den Römer vor dem Zweiten Weltkrieg ausgesehen hat, zeigt der am Dienstag vorgestellte Bildband "Frankfurt am Main - gestern und heute". Auf 72 Seiten mit zahlreichen Fotos, in Farbe und Schwarzweiß, wird das alte Gesicht Frankfurts noch einmal in Erinnerung gerufen.

          Dabei stehen historische Bilder neben aktuellen Aufnahmen, um möglichst aus gleicher Perspektive den städtebaulichen Wandel zu verdeutlichen. Autor Helmut Nordmeyer griff für die historischen Bilder auf das umfangreiche Archiv des Instituts für Stadtgeschichte zurück. Fotograf Jan Roewer versuchte, das ausgewählte Motiv dann aus derselben Perspektive noch einmal abzulichten, um durch den direkten Vergleich von heute und gestern Wandel respektive Kontinuität zu veranschaulichen.

          Dabei richtet sich das Hauptaugenmerk auf die großformatigen Schwarzweißaufnahmen bekannter Motive wie Römer, Paulskirche, Hauptwache und Alte Oper. Anders als beim ersten Band, der jeweils lediglich ein altes und ein aktuelles Foto präsentiert hatte, stehen nun zum Teil gleich mehrere Aufnahmen eines Motivs aus verschiedenen Jahren nebeneinander, um die Veränderungsprozesse zu dokumentieren: Allein vier Fotos von der Zeil zeigen, wie sich die Einkaufsmeile der Stadt von 1912 an, also kurz nach Eröffnung des Zeilpalastes, bis heute entwickelt hat. Dort, wo jetzt Taxen parken, sind potentielle Kunden einst noch mit der Pferdekutsche vorgefahren.

          Ob Alteingesessene, Zugezogene oder Besucher - der fotografische Stadtrundgang läßt verblaßte Erinnerungen wiederaufkommen und zeigt jenen, die das Vorkriegs-Frankfurt nicht kennen, vor allem die schönen Seiten der Messestadt. Die dazugehörigen Texte helfen, sich in den historischen Straßen und auf den Plätzen zurechtfinden, Anekdoten wechseln sich dabei mit zeitgeschichtlichen Erklärstücken ab. Dabei gelingt es Roewer auf vielen seiner Bilder zu zeigen, daß Frankfurt bis heute eine reizvolle Stadt mit imposanten Gebäuden und Anlagen ist. Allerdings kommen auf einigen Fotografien - bedingt durch ungünstiges Licht - die Unterschiede zum historischen Vergleichsbild nicht richtig zur Geltung. Auch wurde nicht immer genau die Perspektive der historischen Bildvorlage eingehalten, was einen direkten Vergleich erschwert. Schwierig sei es gewesen, so Roewer, keine Baustellen mit abzulichten. Schließlich verändere sich Frankfurt von Tag zu Tag. Wenn dies so weitergehe, müsse man in fünf oder sechs Jahren schon den nächsten Bildband herausbringen. (amho.)

          Helmut Nordmeyer und Jan Roewer: Frankfurt am Main - gestern und heute. Wartberg Verlag, 2004. Gebundener Bildband, 72 Seiten, 16,80 Euro. ISBN-3-8313-1295-8.

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