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Deutsche-Bank-Areal : Hochhaus-Ensemble mit Oase

Zuwachs für die Skyline: Vier neue Türme zwischen Commerzbank-Tower (links) und Maintower (rechts). Bild: Simualtion UN Studio/Groß & Partner

Das UN Studio hat den Architekturwettbewerb für das Deutsche-Bank-Areal gewonnen. Die Jury lobte die Ensemblewirkung und die räumliche Qualität.

          Vier gläserne Türme mit begrünten Terrassen auf dem Sockel sollen in fünf Jahren die Frankfurter Skyline bereichern. Im Architekturwettbewerb für das sogenannte Deutsche-Bank-Areal am Roßmarkt hat sich das niederländische Büro UN Studio durchgesetzt, das im vergangenen Jahr auch schon den städtebaulichen Wettbewerb gewann. Der Bauherr Groß & Partner will den Siegerentwurf bis 2022 verwirklichen. In diesem Jahr beginnt der Abriss. Die ersten Gebäude sollen 2021 fertig sein. Die Jury stimmte am Mittwoch einstimmig für den Siegerentwurf. Die Architekten setzten sich gegen 14 Konkurrenten durch, die zum Teil als Team angetreten waren. Zwei dritte Preise gingen an die Arbeitsgemeinschaften Max Dudler/Helmut Jahn und Meixner Schlüter Wendt/Snøhetta. Eine Anerkennung erhielt der Entwurf von Christoph Mäckler/Coop Himmelb(l)au.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seit Jahrzehnten wird das Areal von der Deutschen Bank als Händlerzentrum genutzt. Der Umzug der Bank in einen Neubau an der Mainzer Landstraße hat aber bereits begonnen. Groß & Partner will die alten Bürogebäude anschließend größtenteils abreißen und plant an ihrer Stelle ein funktional gemischtes Quartier mit vier Hochhäusern: einem 228 Meter hohen Hotel- und Büroturm, zwei 120 und 173 Meter hohen Wohntürmen und einem 100 Meter hohen Büroturm. Am Siegerentwurf lobte die Jury die attraktive Kubatur, die Ensemblewirkung der vier Türme und die hohe räumliche Qualität. Die Türme stehen auf einem verbindenden Sockel, dessen Dachfläche 25 Meter über dem Boden begrünt und öffentlich zugänglich sein wird. UN Studio sei auch besonders feinfühlig mit dem denkmalgeschützten Bürogebäude an der Junghofstraße umgegangen. Der Riegel wird in zwei Gebäude gegliedert, ein neuer Durchgang führt in das Quartier.

          Was den anderen Entwürfen fehlte

          Der Abs-Saal soll zu einer Art großem „Food-Court“ unter einer hohen Decke umgestaltet werden. Der Projektentwickler Jürgen Groß ist der Ansicht, dass die vier Türme die Skyline nicht nur architektonisch, sondern auch als öffentlicher Anziehungspunkt bereichern werden. In den ersten Etagen des Hochhauskomplexes sollen Geschäfte und Restaurants einziehen. Außerdem soll es im Untergeschoss unter dem zentralen Innenhof einen Supermarkt geben. Das begrünte Dach des Hochhaussockels werde wie eine „Stadtoase“ wirken, glaubt Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Er hält den Entwurf ebenfalls für gelungen. Das Projekt habe eine Vorreiterrolle beim Wandel des Frankfurter Bankenviertels hin zu einem durchmischten Quartier. „Mit der Neugestaltung des Areals entstehen eine größere Nutzungsmischung, ein neuer Platz, eine öffentlich begehbare Dachfläche und auch bezahlbarer Wohnraum.“ Das Areal wird sehr dicht bebaut, insgesamt entstehen 219.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. 8000 der 60.000 Quadratmeter Wohnfläche - also 13 Prozent - werden öffentlich gefördert.

          Die von der Stadt geforderte Quote von 30 Prozent bezieht sich auf die zusätzliche Wohnfläche, die durch eine Änderung des Bebauungsplans entsteht. In dem Quartier sollen mindestens 3000 Arbeitsplätze und Wohnraum für 1000 Menschen entstehen. Zwei Hotels kommen im Riegel an der Junghofstraße und in den unteren 13 Etagen des höchsten Hochhauses unter. Die beiden niedrigsten Türme entstehen auf dem Dach des denkmalgeschützten Riegels an der Junghofstraße. Möglicherweise solle auch noch eine Fläche für Kultur integriert werden, sagte gestern ein Mitarbeiter des Bauherrn. Die unterlegenen Büros haben weniger Wert auf die Ensemblewirkung gelegt. Meixner Schlüter Wendt/Snøhetta hat sich offenbar zu sehr auf die innere Gestaltung konzentriert. Der Vorschlag von Dudler und Jahn hätte die Hochhauslandschaft nicht bereichert, heißt es. Und der Entwurf von Mäckler und Coop Himmelb(l)au habe nicht als gemeinsames Ganzes gewirkt. Alle Wettbewerbsbeiträge werden vom 4. bis 18. März in der Junghofstraße 11 auf dem ehemaligen Deutsche-Bank-Areal ausgestellt.

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