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Führungsmodelle für Theater : Abschied vom einsamen Entscheider

Duo: Anna Wagner und Marcus Droß im Frankfurter Mousonturm Bild: Domenic Driessen

Wie neue Führung in Theatern aussehen kann, zeigen in Hessen zwei Beispiele. Das Landestheater Marburg und nun auch der Frankfurter Mousonturm. Das Ergebnis sind doppelt durchdachte Entscheidungen.

          5 Min.

          Das Prinzip ist simpel. „Alle Entscheidungen treffen wir zu 100 Prozent gemeinsam. Bei 90 machen wir es nicht“, sagt Eva Lange. Um dahin zu kommen, muss man sich kennen – und gut miteinander kommunizieren. Lange und Carola Unser-Leichtweiß, die beiden Intendantinnen des Landestheaters Marburg sind seit 2018 als Doppelspitze engagiert. Beide teilen sich das Management, beide inszenieren. Im Kulturbetrieb waren sie in dieser Konstellation noch so ungewöhnlich wie saure Gurken mit Vanilleeis – aber der Trend geht weg vom einsamen Mann an der Spitze. Auch an den Stadt- und Staatstheatern, die vielen als letzte Bastion dieses Modells erscheinen. „Uns einen ähnliche Wertmaßstäbe, was Mitarbeiter angeht, inhaltliche Positionierung und eine gemeinsame Vision. Was nicht heißt, dass man gleich sein muss. Im Gegenteil, wir sind sehr verschieden!“, sagt Lange.

          Eva-Maria Magel
          Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.

          Seit dieser Spielzeit hat Hessen eine zweite Doppelspitze an einem Theater: Anna Wagner und Marcus Droß, viele Jahre gemeinsam tätig als Dramaturgen am Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm, sind seit dieser Saison in die Intendanz gerückt. Das Entscheiden sieht am Mousonturm so aus wie in Marburg: „Wenn wir Entscheidungen treffen, beginnt das damit, dass wir beide miteinander reden“, so Droß. „Gleichzeitig sind Fokusbereiche aufgeteilt zwischen uns, für die wir primär verantwortlich sind. All das aber führt nicht am Austausch, an intensiven Gesprächen und auch am Streit vorbei.“ Die beiden haben sich „eine permanente dialogische Diskussion“ für das Haus vorgenommen. „Man muss sehr genau Kommunikationsweisen dokumentieren, aus dem Tun lernen und verändern.“

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