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Neue Bierbrauerei : Fränkisches für Frankfurt

Kein Industriebier, aber auch kein hippes Craft-Bier: Sven Weisbrich (links) und Simon Horn setzen auf ein bodenständiges Helles. Bild: Wonge Bergmann

Mit einem handwerklich gebrauten Hellen will die Frankfurter Brauunion die Biertrinker in der Stadt überzeugen. Und das kleine Unternehmen hat große Pläne.

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          Nein, ihn hat der Agenturjob nicht zermürbt. Er wollte nicht ausbrechen aus einer Welt, von der er genug hatte. Was ihn zum Wechsel angetrieben hat, war die Lust, etwas Neues zu wagen, „etwas anzurichten, das bleibt“. Und deshalb kündigte Sven Weisbrich seinen lukrativen Job als Geschäftsführer der Mediaagentur UM, für die in der Frankfurter Zentrale sowie in Hamburg, Nürnberg und Düsseldorf rund 250 Mitarbeiter tätig sind, um eine neue, junge Biermarke zu etablieren. Aus einem schicken Komplex im Westhafen zog es den Zweiundvierzigjährigen in ein wohnzimmergroßes Büro auf dem alten Neckermann-Areal im Ostend, das er sich mit seiner Marketing-Mitarbeiterin teilt. Zusammen kümmern sie sich um die Biermarke, ein weiterer Angestellter ist für das Lager und die Logistik zuständig. Ein bisschen sieht es in Weisbrichs neuem Domizil aus wie in einem Getränkemarkt, was daran liegt, dass das Bier, das der Werbeprofi voranbringen will, dort auch aufbewahrt wird. An der langen Wand sind die weißen Kästen gestapelt. Der Name des Bieres: FXXXXFXXXXR Helles.

          Alexander Jürgs

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das soll natürlich Frankfurter Helles bedeuten, doch weil das Bier nicht in Frankfurt selbst gebraut wird, wird es von den X-en geschmückt, ein roter Stadtadler prangt auch auf der Flasche. Die Rezeptur für das Helle stammt von dem Koch und Gastronomen Simon Horn, der in der neuen Altstadt das Restaurant „Margarete“ führt. Der Siebenunddreißigjährige ist wie Weisbrich Gesellschafter der Anfang dieses Jahres gegründeten Frankfurter Brauunion, außerdem sind Horns „Margarete“-Partnerin Raffaela Schöbel und der in der Finanzbranche tätige Stefan Lucht an dem Unternehmen beteiligt. Das Bier gab es schon vor der Gründung der Firma: Zunächst hat Horn es im eigenen Restaurant serviert, dann nahmen es immer mehr andere Lokale wie etwa der „Club Michel“ im Bahnhofsviertel und das koreanische „Sonamu“ im Nordend auf ihre Karten.

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