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Ohne Schlafwagen : Nachtzüge fahren an Frankfurt vorbei

Es fährt ein Zug ins Nirgendwo: Ein Nightjet der ÖBB rollt durch die Nacht von Wien nach Amsterdam. Um 3.45 Uhr hält er am Frankfurter Südbahnhof. Bild: dpa

Früher konnte man von Frankfurt aus im Schlafwagen in den Urlaub fahren. Aber die Bahn setzt lieber auf „nächtliche“ IC und ICE. Für Urlauber ist der fehlende Nachtzuganschluss in Frankfurt nachteilig.

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          Einsteigen, hinlegen und ausgeruht am Ziel ankommen: Diese Art des Bahnreisens durch die Nacht war früher auch von Frankfurt aus möglich. In nahezu jede Himmelsrichtung fuhr ein Nachtzug, unter anderem nach Kopenhagen, Warschau, Prag, Amsterdam, Innsbruck und Mailand. An Rangierbahnhöfen wie Fulda und Hannover wurden die Kurswagen munter hin- und hergeschoben, während die Passagiere schliefen. Wer sich durch das ganze Geruckel nicht stören ließ, wachte dann tatsächlich erst im Zielland auf. Doch nach und nach verabschiedete sich die Bahn von diesem Angebot: 2014 und 2015 wurden viele Linien gestrichen, die letzten drei wurden ein Jahr später eingestellt. Zum Fahrplanwechsel Ende 2016 beerdigte die Bahn ihr Nachtzugangebot: Die Sparte City-Night-Line sei nicht mehr rentabel, hieß es damals.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Seither setzt die Bahn auf Intercity und ICE-Züge, die durch die Nacht fahren, aber keine komfortablen Schlaf- und Liegewagen haben. „Das Angebot an nächtlichen ICE/IC für Frankfurt wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut“, sagt eine Sprecherin und nennt auch Beispiele: Wer in Frankfurt um 23.24 Uhr losfahre, der sei am nächsten Morgen um 6.51 Uhr in Hamburg. Allerdings muss er die Nacht sitzend verbringen. Andere IC- und ICE-Verbindungen, zum Beispiel nach Amsterdam, Brüssel und Paris, starten am sehr frühen Morgen. In weniger als vier Stunden ist man von Frankfurt aus in den westlichen europäischen Nachbarländern.

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