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Frankfurt : Große Nachfrage nach Waffenscheinen

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Abwehrbereit: Die Frankfurter kaufen mehr Pfefferspray als früher. Bild: dpa

Unsichere Zeiten machen sich bemerkbar: Immer mehr Frankfurter beantragen einen kleinen Waffenschein und kaufen Schreckschusswaffen und Pfefferspray.

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          Sind öffentliche Plätze in Deutschland noch sicher? Kann man sich ohne Angst auf Frankfurter Straßen bewegen? Vor dem Hintergrund von Terroranschlägen und körperlichen Angriffen auf Passanten stellen sich derzeit viele Bürger diese Fragen. Und immer mehr beantworten sie für sich offenbar mit Nein. Das legt zumindest die deutlich gestiegene Zahl von Anträgen für einen kleinen Waffenschein nahe.

          Nach Auskunft des Ordnungsamts hat sich die Zahl der Anträge im zu Ende gehenden Jahr verglichen mit 2013 mehr als verzehnfacht. Während vor drei Jahren 135 Neuanträge beim Ordnungsamt eingegangen seien, habe man in den vergangenen zwölf Monaten bis kurz vor Weihnachten exakt 1459 Neuanträge auf einen kleinen Waffenschein registriert, heißt es bei der Stadt. Nach Angaben des Ordnungsamts werden zwischen 85 und 95Prozent der Anträge angenommen.

          „Es sind keine riesigen Mengen“

          Ein kleiner Waffenschein kann bei der Behörde gegen eine Gebühr von 50 Euro beantragt werden. Nach einer Bearbeitungszeit von etwa zwölf Wochen wird der Antragsteller darüber informiert, ob er die Voraussetzungen des deutschen Waffengesetzes erfüllt und eine Gas- oder Schreckschusswaffe besitzen darf. Er muss dafür unter anderem mindestens 18 Jahre alt sein und darf nicht in jüngerer Zeit wegen größerer Straftaten verurteilt worden sein. Die Antragsteller müssen jedoch keine Auskunft darüber geben, wozu sie den kleinen Waffenschein benötigen. Pfefferspray fällt, wenn es als sogenanntes Tierabwehrspray gekennzeichnet ist, nicht unter das Waffengesetz und kann ohne Waffenschein gekauft werden.

          Die Verkaufszahlen von Gas- und Schreckschusswaffen sowie Pfefferspray sind ebenfalls gestiegen, wenn auch nicht im gleichen Maße wie die Zahl der Anträge auf Waffenscheine. Andreas Engels, Inhaber des Waffengeschäftes C.W. Engels im Bahnhofsviertel, etwa hat im Vergleich zum Vorjahr „höchstens ein Fünftel“ mehr Pfefferspray verkauft. Bei den Waffen verhalte es sich ähnlich: „Es sind keine riesigen Mengen“, sagt er und führt die leichten Anstiege auf verschiedene Ursachen zurück. Beispielsweise sei eine neue Waffe aus der Türkei erschienen, die von besserer Qualität sei und somit häufiger gekauft werde. Bei Waffen-Bock in der Innenstadt wird diese Einschätzung geteilt. Auch dort wurden verstärkte Pfefferspray- und Waffenkäufe registriert. Das habe aber auch an der Schließung eines anderen Waffengeschäftes in der Nähe gelegen.

          Im Polizeipräsidium heißt es unterdessen, es habe dort in den vergangenen Wochen und Monaten keine vermehrten Anfragen von Bürgern gegeben, wie sie sich gegen körperliche Angriffe schützen oder wehren könnten. Auch nicht mit Blick auf die Silvesternacht.

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